Baugewerkschaft fordert Hitzeschutz bei Gipfel in Steiermark

Mona HopfingerMona Hopfinger
Baustelle im Sommer mit 35 Grad Celsius, Sonnenschein und Warnsymbolen
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Gewerkschaft BAU-HOLZ verlangt konkrete Maßnahmen beim steirischen Hitzegipfel am 20. August. Sie will Mitsprache und fordert, dass Betriebe bei hitzebedingten Arbeitsunterbrechungen keine Pönalen zahlen müssen.

Den für 20. August angekündigten Hitzegipfel der steirischen Landesregierung begrüßt die Gewerkschaft BAU-HOLZ (GBH) – fordert aber gleichzeitig, als Vertretung der rund 240.000 Beschäftigten in der Bau-, Holz- und Steinbranche in die Beratungen eingebunden zu werden.

Josef Muchitsch, Bundesvorsitzender der GBH und Abgeordneter zum Nationalrat, verlangt vom Land Steiermark, bei Bauaufträgen in seinem Einflussbereich auf Pönalen bei hitzebedingten Arbeitsunterbrechungen zu verzichten. Zudem soll ein Arbeitsbeginn ab 5 Uhr bei großer Hitze in der gesamten Steiermark ermöglicht werden.

Gewerkschaft will Erfahrung von Baustellen einbringen

Die GBH argumentiert, dass sie langjährige Erfahrung, Daten und vor allem das Wissen direkt von den Baustellen mitbringe. „Der Klimawandel verändert unsere Arbeitswelt. Deshalb müssen wir auch den Arbeitnehmerschutz weiterentwickeln und die Arbeitsbedingungen anpassen“, sagt Muchitsch. Bauarbeiter könnten der Hitze nicht ausweichen. Die Gesundheit der Beschäftigten müsse über jedem Fertigstellungstermin stehen.

Keine Strafen für Betriebe, die Beschäftigte schützen

Die Gewerkschaft fordert, dass Betriebe bei Bauaufträgen im Einflussbereich des Landes nicht bestraft werden dürfen, wenn Arbeiten aufgrund großer Hitze zum Schutz der Beschäftigten unterbrochen oder Arbeitszeiten angepasst werden. „Es kann nicht sein, dass ein Betrieb seine Beschäftigten vor extremer Hitze schützt und dafür eine Pönale zahlen muss, weil sich die Bauzeit verlängert“, so Muchitsch. Das Land habe hier selbst einen Hebel in der Hand.

Hitzeschutz müsse bereits bei Ausschreibungen und Bauzeitplänen berücksichtigt werden. Unternehmen, die Verantwortung übernehmen, dürften keinen wirtschaftlichen Nachteil haben, sondern müssten einen Wettbewerbsvorteil erhalten.

Früher Arbeitsbeginn soll Hitzebelastung reduzieren

An sehr heißen Tagen soll die Arbeit stärker in die kühleren Morgenstunden verlegt werden, um die Beschäftigten zu entlasten. „Wenn für den Nachmittag 35 Grad und mehr vorhergesagt werden, müssen wir Arbeit anders organisieren können“, sagt der steirische GBH-Landesgeschäftsführer Andreas Linke. Jede Stunde, die aus der größten Tageshitze in die kühleren Morgenstunden verlegt werden könne, helfe den Kolleginnen und Kollegen auf den Baustellen.

Die GBH tritt für eine steiermarkweit einheitliche Lösung ein, die bei Hitze einen Arbeitsbeginn ab 5 Uhr ermöglicht. Der steirische GBH-Landesvorsitzende Christian Supper betont: „Es darf beim Hitzeschutz keinen Unterschied machen, in welcher steirischen Gemeinde gerade gebaut wird.“ Eine einheitliche Lösung für die gesamte Steiermark schaffe Klarheit für Beschäftigte, Betriebe und Auftraggeber.

Gesundheit vor Bautermin

Muchitsch richtet eine klare Botschaft an all jene, die trotz extremer Temperaturen auf die Einhaltung von Bauzeiten drängen: „Kein Bautermin darf wichtiger sein als die Gesundheit der Beschäftigten. Bei 35 Grad und mehr körperlich schwer zu arbeiten, ist unmenschlich.“ Er lädt jene, die glauben, dass man bei solchen Temperaturen einfach weiterarbeiten könne, ein, nur eine Stunde mit den Kollegen auf einer Baustelle mitzuarbeiten.

Gerade bei eigenen und landesnahen Bauprojekten könne das Land Steiermark zeigen, wie es geht, und als Vorbild vorangehen. Die Steiermark könne zeigen, wie Arbeitnehmerschutz an den Klimawandel angepasst und gleichzeitig verantwortungsvolle Betriebe gestärkt werden können, so die GBH abschließend.

Quelle: OTS

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