Bauvisite im Rudolf Buchbinder-Saal in Grafenegg
Am 10. April 2027 können Interessierte den umgebauten Rudolf Buchbinder-Saal in Grafenegg besichtigen. Die historische Reitschule wurde zu einem modernen Konzertsaal umgestaltet und ist seit Mai 2026 in Betrieb.
Eine kostenlose Bauvisite bietet am 10. April 2027 von 11 bis 12.30 Uhr Einblicke in die Revitalisierung der historischen Reitschelle in Grafenegg. Treffpunkt ist der Eingang zur Reitschelle. Architekt Ernst Maurer und Ernst Süss, technischer Leiter der Grafenegg KulturbetriebsgmbH, führen durch das Gebäude.
Vom Pferdestall zur Konzertbühne
Das Architekturbüro Maurer & Partner verwandelte die zwischen 1841 und 1845 erbaute Reitschelle in einen zweigeschossigen Veranstaltungsort. Der neue Rudolf Buchbinder-Saal dient als Spielstätte für Kammermusik, Rezitale und weitere Formate.
Die zentrale planerische Entscheidung war die Verlegung des Konzertsaals ins Obergeschoss. Dadurch entstand im Erdgeschoss ein flexibler Foyer- und Veranstaltungsbereich. Großformatige Verbindungstüren schaffen Öffnungen zum Auditorium und zum Schlosspark, mobile Trennwände ermöglichen verschiedene räumliche Konfigurationen.
Akustik und Holzkonstruktion
Der Saal verfügt über rund 4.200 Kubikmeter akustisch wirksames Raumvolumen für 400 bis maximal 500 Besucherinnen und Besucher. Die annähernd rechteckige Geometrie mit einer Breite von etwa 15 Metern und einer Höhe von circa zehn Metern am Dachscheitel ist auf kammermusikalische Aufführungen, Solorezitals und kleinere Ensembles ausgerichtet.
Eine freitragende Zollingerkonstruktion aus massiven Holzelementen überspannt den Saal. Die ineinander verkeilten Holzstäbe bilden ein netzartiges Tragwerk, das die historische Dachform in eine zeitgemäße konstruktive Sprache übersetzt. Pyramidenförmige Elemente zwischen den Holzstäben und ein konvexes Deckensegel sorgen für eine gleichmäßige Schallverteilung. Die Raumakustik wurde von Müller-BBM Building Solutions von der Wettbewerbsphase bis zur Fertigstellung begleitet.
Historische Substanz und moderne Ergänzung
Die historische Erscheinung und Gebäudehöhe wurden wiederhergestellt. Nach historischen Vorgaben gebrannte Ziegel ergänzen den Bestand. Zur Parkseite öffnen großzügige Kastenfenster den Saal und stellen visuelle Verbindungen zum Schloss und zum Wolkenturm her.
Ein westseitiger Neubau nimmt Künstlerbereiche, Medienräume, Garderoben und Sanitäranlagen auf. Dadurch wird die historische Bausubstanz entlastet, ohne dass ihre Präsenz verloren geht.
Von der Planung zur Eröffnung
Im Jahr 2023 startete ein europaweit ausgeschriebener, zweistufiger Wettbewerb. Die Bauarbeiten begannen im September 2024. Termingerecht zur Sommersaison 2026 wurde das Projekt fertiggestellt. Ende Mai 2026 öffnete der Rudolf Buchbinder-Saal seine Türen und ist seither Teil des regulären Veranstaltungsbetriebs in Grafenegg.
Die Bauvisite ermöglicht es, die räumliche Neuordnung, die Konstruktion des Daches und das Verhältnis von Innen und Außen vor Ort nachzuvollziehen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Es wird darauf hingewiesen, dass bei der Veranstaltung Fotos gemacht und zum Zweck der Öffentlichkeitsarbeit sowie der Dokumentation verwendet werden.
Quelle: https://orte-noe.at/programm/rudolf-buchbinder-saal-in-grafenegg
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