Behindertenbewegung: Ausstellung zeigt 100 Jahre Kampf

Im Haus der Geschichte Österreich wurde eine Ausstellung zur Geschichte der österreichischen Behindertenbewegung eröffnet. Sie beleuchtet den Kampf für Selbstvertretung und Rechte seit der Zwischenkriegszeit.
Am 29. September 2026 wurde im Haus der Geschichte Österreich eine Ausstellung zur Geschichte der österreichischen Behindertenbewegung feierlich eröffnet. Kuratiert wurde sie von Angela Wegscheider. Die Schau zeichnet den langen Kampf von Menschen mit Behinderungen für Selbstvertretung und Rechte nach, beginnend in der Zwischenkriegszeit.
Forschungsprojekt zu 100 Jahren Aktivismus
Die Ausstellung gehört zum Forschungsprojekt „100 Jahre Behindertenbewegung in Österreich“. Angela Wegscheider und Volker Schönwiese leiten es gemeinsam. Im Mittelpunkt steht die „Erste österreichische Krüppelarbeitsgemeinschaft“. Sie wurde 1926 in Wien gegründet und wurde schnell zu einem wichtigen Verein für Menschen mit Behinderungen in Österreich.
Damals schlossen sich Menschen mit Behinderungen zusammen. Sie wollten ihre Interessen selbst vertreten und verlangten, dass sie am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Ihr Motto lautete „Arbeit, nicht Mitleid! Arbeit, nicht Siechenhaus“. Die Arbeitsgemeinschaft setzte sich dafür ein, dass Menschen mit Behinderungen Zugang zu Arbeit, Bildung und medizinischer Versorgung bekommen. Sie forderte außerdem Hilfsmittel und soziale Absicherung. Mit der Zeitschrift „Der Krüppel“ hatten die Aktivistinnen und Aktivisten ein eigenes Sprachrohr für ihre Forderungen.
Schwierige Bedingungen und Zerschlagung durch NS-Regime
Die Ausstellung zeigt, wie schwer das Leben für Menschen mit Behinderungen in der Zwischenkriegszeit war. Sie zeigt auch, wie sie sich zusammenschlossen, um sich gegen Ausgrenzung und Fremdbestimmung zu wehren. Die Ausstellung behandelt außerdem, wie die Bewegung nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1938 zerschlagen wurde und wie schwierig der Neuanfang nach 1945 war.
Die Aktivistinnen und Aktivisten der frühen Behindertenbewegung erkannten: Diskriminierung ist der Grund für ihre Not. Das war damals eine grundlegende Erkenntnis und gilt bis heute. Die Ausstellung verbindet die Forschung zur Geschichte mit Fragen von heute. Es geht um Selbstbestimmung, Selbstvertretung und Teilhabe. Sie zeigt: Schon vor 100 Jahren forderten Menschen mit Behinderungen ihre Rechte selbst ein. Sie wollten die Gesellschaft aktiv mitgestalten und verändern.
Wanderausstellung bis November zu sehen
Die Ausstellung „Rechte statt Almosen!“ ist vom 30. September bis 2. November 2026 zu sehen. Sie hängt im Foyer des Hauses der Geschichte Österreichs. Angela Wegscheider hat die Wanderausstellung zusammengestellt. Volker Schönwiese hat sie fachlich beraten. Der Nationalfonds und der Zukunftsfonds fördern das Projekt.
Quelle: https://www.jku.at/news-events/news/detail/news/ausstellung-ueber-behindertenbewegung
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