Behörden erschießen Bisons in Straden – Halter erstattet Anzeige

In Straden in der Südoststeiermark wurden vier Bisons erschossen, obwohl der Bescheid nur die Entnahme von Bullen vorsah. Der Halter der Herde erstattete Anzeige wegen Amtsmissbrauchs, so der ORF.
Die Bisonherde in Straden ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen und umfasst mittlerweile etwa 70 Tiere. Um die Herde zu verkleinern, hatte die Bezirkshauptmannschaft Südoststeiermark einen Bescheid erlassen, der die Entnahme von 15 Bullen vorsah.
Weil der Bescheid nicht umgesetzt wurde, schritten Vertreter der Behörde selbst zur Tat und erschossen zwei Bullen und zwei Bisonkühe. Der Bescheid hatte jedoch ausschließlich männliche Tiere betroffen.
Pathologischer Befund
Der Besitzer der Herde ließ eine der getöteten Kühe an der Veterinärmedizinischen Universität Wien untersuchen. Laut dem vorläufigen pathologischen Befund war die Tötung aus gesundheitlichen Gründen nicht gerechtfertigt.
Wie der Mann gegenüber Radio Steiermark angab, hat er bei der Staatsanwaltschaft Graz Anzeige wegen Amtsmissbrauchs erstattet. Zudem habe er sich an die Volksanwaltschaft gewandt.
Widersprüchliche Darstellungen
Die Bezirkshauptmannschaft teilte auf Anfrage von ORF Steiermark schriftlich mit, dass ein weibliches Tier unter Beobachtung gestanden habe. Ein weiteres sei bei der Vollstreckung verletzt worden, weshalb beide erschossen worden seien. Die Darstellungen von Halter und Behörde weichen stark voneinander ab.
Der Reduktionsbescheid ist bisher nicht vollständig umgesetzt. Dies lässt auf weitere Konflikte schließen.
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