Beifuß und Ragweed läuten letzte Pollenphase ein

Mit der Blüte von Beifuß und Ragweed geht die heurige Pollensaison in ihre Endphase. Die Belastung fällt regional jedoch sehr unterschiedlich aus, wie Pollenservice Wien und Pollenwarndienst Salzburg berichten.
Die Pollensaison 2026 erreicht ihre finale Phase: Beifuß und Ragweed beginnen zu blühen. Laut dem Pollenservice Wien der MedUni Wien sowie dem Pollenwarndienst Salzburg unterscheidet sich die Belastung zwischen den österreichischen Regionen allerdings erheblich. Schon geringe Pollenkonzentrationen dieser Pflanzen können bei Allergikern Beschwerden auslösen.
Während Beifuß in den Tieflagen in ganz Österreich vorkommt, konzentriert sich Ragweed vor allem auf den Süden und Osten des Landes. In Salzburg, insbesondere in den Gebirgsgauen, sind Ragweed und spät blühende neophytische Beifußarten sehr selten anzutreffen. Das macht diese Gebiete für Betroffene zu Erholungsregionen. Im Gegensatz dazu können die Pflanzen im Osten und Süden bei günstigen Bedingungen im Herbst sogar eine zweite Welle verursachen.
Die jüngste Trockenheit und Hitze hat das Wachstum von Beifuß und Ragweed gebremst. Es gibt zwar zahlenmäßig weniger Pflanzen, doch Trockenheitsstress macht Pollen allergener, wie bekannt ist.
Beifuß-Hauptblüte beginnt im August
Die Blütezeit von Beifuß erstreckt sich von Juli bis September, wobei die Hauptblüte Mitte August stattfindet. Diese Phase betrifft hauptsächlich den Gewöhnlichen Beifuß. Eine Allergie gegen Beifuß ist weit verbreitet und rangiert auf Platz drei der Pollenallergien, direkt nach Gräsern und Birke. Die Hauptblüte setzt nun Anfang August ein.
Im Osten Österreichs spielen zusätzlich zwei spät blühende Neophyten eine Rolle: der Kamtschatka-Beifuß und der Einjährige Beifuß. Diese sorgten 2023 und 2024 für eine zweite Beifußblüte im Herbst, nicht jedoch im Jahr 2025. Entscheidend dafür sind die Wetterbedingungen im Herbst und der Klimawandel, wie eine Studie der MedUni Wien zeigt. Das Pollenservice Wien hat deshalb phänologische Rundgänge intensiviert.
In der Stadt Salzburg spielt der Einjährige Beifuß eine sehr untergeordnete Rolle. Der Kamtschatka-Beifuß gilt im Stadtgebiet als etabliert, nicht aber in den Gebirgsgauen. Der Gewöhnliche Beifuß kommt im gesamten Bundesland Salzburg vor.
Ragweed belastet vor allem den Osten
Ragweed ist seit längerem ein Problem in vielen Teilen Österreichs. Typische Fundstellen sind Brachflächen wie Wegränder, Autobahnen, Baustellen und Felder. Der Pollenflug dauert von August bis in den Oktober, abhängig von den Wetterbedingungen. Ragweed stellt ein bekanntes Problem für den Gesundheitssektor, die Landwirtschaft und die Instandhalter von Infrastruktur dar. Das Ausreißen der Pflanzen vor der Blüte gilt als effektivste Methode, ist aber aufwendig.
Heuer ist durch Trockenheit im Frühsommer geprägt. Das hatte Folgen für die Entwicklung: Ragweedpflanzen sind zahlenmäßig weniger und kleiner. Trockenheitsstress ist jedoch unter anderen Faktoren ein Auslöser für die Bildung von mehr PR-Proteinen, darunter Allergene. Zudem kann der Ferntransport aus südöstlichen Ländern in Europa schwer vorab eingeschätzt werden, dieser bestimmt die Pollenkonzentrationen im Osten Österreichs aber maßgeblich mit.
Maximilian Bastl vom Pollenservice Wien der MedUni Wien resümiert: „Zwischen Beifuß und Ragweed gibt es häufig eine Kreuzreaktion. Das Überschneiden der Blühphasen kann eine Herausforderung sein, ebenso wie eine Windkonstellation aus dem Südosten während der Blüte von Ragweed. Die Blüte von Ragweed beginnt im August im Osten Österreichs, und Betroffene sollten sich vorsichtshalber aufgrund der erhöhten Allergenität gut vorbereiten, das auch bei unterdurchschnittlichem Pollenflug.“
Salzburg bleibt von Ragweed verschont
Gute Nachrichten gibt es aus Salzburg: Ragweed ist dort noch keine Problempflanze für Allergiker, berichtet der Pollenwarndienst Salzburg. Derzeit werden Pflanzen durch Vogelfutter oder zugekaufte Erde eingebracht. Diese Pflanzen können ihre Früchte aufgrund niedriger Temperaturen im Herbst nicht zur Reife bringen und sind daher im folgenden Jahr wieder verschwunden. Eine weitere Ausbreitung ist aber möglich, weil die Wärmeperioden im Herbst länger werden und sich die Pflanzenart dadurch etablieren und vor Ort fortpflanzen kann.
Katharina Bastl vom Pollenservice Wien der MedUni Wien fasst zusammen: „Die Kräuterpollensaison beginnt nun. Wir haben hier in Österreich zwischen Ost und West ein Kontrastprogramm in dieser Phase der Pollensaison, das mitunter manchen Betroffenen insbesondere einer Ragweedpollenallergie ein eher kleinräumiges Ausweichen ermöglicht.“
Universitäten garantieren Qualität bei Pollenwarnung
Heutzutage gibt es Pollenwarnungen aus unterschiedlichsten Quellen, ob aus Modelldaten oder Verwendung von KI mit teils zweifelhafter Qualität. Universitäten sind nicht nur unverzichtbar für die Datenerhebung, sie garantieren auch unabhängige Informationen und wissenschaftlich fundierte Pollenvorhersagen nach anerkannten Standards.
Weiterführende Informationen finden sich auf den Websites des Pollenservice Wien (www.pollenservice.wien) und des Pollenwarndienst Salzburg sowie auf Social Media unter "pollenpaar" auf Instagram, Bluesky und TikTok.
Quelle: OTS
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