Bergführer warnen vor Selbstüberschätzung am Klettersteig

Pia Prodinger
Polizistin mit Blaulicht auf Polizeiauto in Österreich
©APA/EVA MANHART (Symbolbild)

Zu viele Bergsportler überschätzen ihre Fähigkeiten und starten ohne entsprechende Ausbildung in Klettersteige. Das kritisiert Günter Karnutsch vom Salzburger Bergführerverband angesichts zahlreicher Unfälle, so der ORF.

Der Salzburger Bergführerverband schlägt Alarm: Immer mehr Menschen begeben sich ohne Vorbereitung und Planung in alpine Klettersteige. Günter Karnutsch, Sprecher des Verbandes, berichtet aus seiner Bergsteigerschule von einer gefährlichen Entwicklung. Die Teilnehmer würden ihre Fähigkeiten völlig falsch einschätzen.

„Die meisten überschätzen sich maßlos“, erklärt der Bergführer. Früher seien Bergsportler vorsichtiger gewesen, hätten aber mehr Können mitgebracht. „Heutzutage ist genau das Gegenteil der Fall“, so Karnutsch.

An Schönwettertagen tummeln sich in gefragten Klettersteigen mittlerweile hunderte Personen gleichzeitig. Dabei komme es immer wieder zu riskanten Überholmanövern, berichten Bergführer.

Kritik am Ausrüstungsverleih

Problematisch sieht der Verband auch den boomenden Verleih von Klettersteigausrüstung. Bergführer und Alpinschulen würden Material nur im Rahmen von Kursen ausgeben, bei denen auch eine Einschulung erfolge. Ausrüstung einfach so weiterzugeben, sei kritisch zu sehen.

Denn nicht das Material selbst führe zu tödlichen Unfällen, sondern der falsche Umgang damit, betont Karnutsch.

Quelle: https://salzburg.orf.at/stories/3362854/

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