Berglandmilch stimmt über Fusion mit Obersteirischer ab

Die größte österreichische Molkerei Berglandmilch entscheidet am Freitag über eine Fusion mit der Obersteirischen Molkerei. Die steirische Genossenschaft würde dafür knapp zehn Prozent Anteile erhalten, so der ORF.
Die Berglandmilch mit Sitz in Oberösterreich erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz von über 1,3 Milliarden Euro und ist damit die mit Abstand größte Molkerei des Landes. Das Unternehmen ging 1994 aus dem Zusammenschluss von sechs regionalen Molkereien hervor – im Vorfeld des EU-Beitritts Österreichs. Dazu zählten die Schärdinger Landmolkerei, die Linzer Molkerei, die Milchunion Alpenvorland, die Molkerei im Mostviertel, die Milchverarbeitung Desserta sowie die Bäuerliche Milchunion Kärnten.
In den folgenden Jahren kamen weitere Betriebe hinzu: 2009 die Landfrisch Molkerei, 2010 die Tirol Milch und 2011 die Stainzer Milch. Heute sind rund 8.000 Bäuerinnen und Bauern über diese Muttergenossenschaften an der Berglandmilch beteiligt.
Obersteirische Molkerei bringt Milchsparte ein
Nun soll die Obersteirische Molkerei (OM) als weitere Muttergenossenschaft hinzukommen und dafür knapp zehn Prozent Anteile an der Berglandmilch erhalten. Im Gegenzug bekommen die bisherigen Muttergenossenschaften – indirekt über die operative Tochter – Anteile an den Milchstandorten der OM.
Die Obersteirische Molkerei setzte 2025 mit Milchprodukten rund 162 Millionen Euro um und wird von etwa 1.200 überwiegend steirischen Landwirten beliefert. Gegenstand der geplanten Fusion ist die Milchsparte mit den Standorten Knittelfeld und Spielberg. Die Molkerei in Kapfenberg mit rund 34 Mitarbeitern ist laut Obmann Jakob Karner nicht Teil der Einbringung, sondern würde im Falle eines Abschlusses an die Berglandmilch vermietet.
Andere Tochterfirmen wie Landforst Lagerhaus, ÖForst Forsttechnik und Steyr Center Murtal betreibt die OM weiterhin selbst. Der Konzernumsatz der Obersteirischen Molkerei und ihrer Töchter belief sich 2025 auf rund 390 Millionen Euro.
Abstimmung am Standort Aschbach-Markt
Georg Lehner, Mitglied der Geschäftsführung von Berglandmilch, sieht in dem Zusammenschluss Vorteile für beide Seiten. Die Bauern hätten dadurch „ein größeres Unternehmen, mehr Verarbeitungsmöglichkeiten, sicherere Milchabnahme, ein krisenfesteres Produktportfolio und eine effizientere Milchsammlung“.
Die Entscheidung fällt am Freitag in der Generalversammlung der Berglandmilch am Standort Aschbach-Markt. Die Abstimmung über den Zusammenschluss ist der einzige Tagesordnungspunkt.
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