Bergrettung rettet verirrte Familie von Ennskraxn

Pia ProdingerPia Prodinger
Bergretter im Einsatz bei Nacht mit Lichtermeer in der Ferne
© Bergrettung Kleinarl

Eine dreiköpfige Familie aus Wien musste am Sonntagabend von der Bergrettung Kleinarl aus einer Notlage befreit werden. Die Wanderer hatten sich auf der Ennskraxn verirrt und saßen bei Dunkelheit, Regen und Nebel auf 1.930 Meter Seehöhe fest.

Am Sonntag, 13. September, setzte eine Familie aus Wien um 20 Uhr einen Notruf ab. Die drei Personen – zwei Frauen und ein Mann – waren um 14 Uhr zu einer Tour auf die Ennskraxn (2.410 Meter Seehöhe) aufgebrochen, mussten aber wegen der Schwierigkeit umkehren. Beim Abstieg durch wegloses, absturz- und steinschlaggefährdetes Gelände entlang einer Rinne kamen sie auf 1.930 Meter nicht mehr weiter.

„Es war finster, es regnete, es war nebelig, der Wind wehte stark“, beschreibt Alois Langegger, Einsatzleiter der Bergrettung Kleinarl, die Bedingungen. Die Wanderer, die in kurzen Hosen und leichten Bergschuhen unterwegs waren, blieben unverletzt, waren aber erschöpft, durchnässt und unterkühlt. „Sie haben nicht mehr weiter gewusst und auch großes Glück gehabt, dass ihnen beim Abstieg durch die gefährliche Rinne nichts passiert ist. Sie waren sich der Gefahr nicht bewusst, in die sie sich begeben haben“, so Langegger.

Schwierige Suche wegen falscher GPS-Daten

Die Rettung gestaltete sich wegen des schlechten Wetters, der Dunkelheit und des zunächst unklaren Aufenthaltsortes schwierig. Die mit dem Notruf übermittelten GPS-Daten stimmten nicht mit dem tatsächlichen Standort überein.

20 Bergretter aus Kleinarl rückten aus, unterstützt vom Team des Polizeihubschraubers Libelle Flir. Mehrfach konnte telefonischer Kontakt zu den Verirrten hergestellt werden, der jedoch immer wieder abbrach. Es gelang aber, Fotos vom Standort zu übermitteln.

„Im Zuge des Einsatzes konnten wir über die Einsatz-App moPS mittels Standortabfrage den genauen Aufenthaltsort der vermissten Personen ermitteln“, berichtet Gerhard Kremser, Bezirksleiter der Bergrettung Pongau. Der ermittelte Standort wurde vom Polizeihubschrauber bestätigt.

Bergung per Seilwinde

Die drei Personen wurden vom nachtflugtauglichen Notarzthubschrauber C14 per Seilwinde aufgenommen und zum Zwischenlandeplatz beim Jägersee in Kleinarl geflogen. Nach einem Gesundheitscheck durch Rot-Kreuz-Helfer brachte sie ein Rettungswagen zu ihrem Hotel. Der Einsatz endete um 23.25 Uhr.

Die Bergrettung weist erneut auf die Notwendigkeit sorgfältiger Tourenplanung hin. Diese sollte Wegstrecke, Höhenmeter, Schwierigkeit, Dauer und Wetterprognose umfassen. Die Familie war laut Einsatzleiter für die Tour auf die Ennskraxn, die hochalpinen Charakter aufweist und Trittsicherheit sowie Bergerfahrung erfordert, nicht entsprechend ausgerüstet. Auch der Start um 14 Uhr sei zu spät gewählt gewesen.

Für die Bergrettung Kleinarl war dies bereits der zweite Einsatz an diesem Tag. Zuvor war eine erschöpfte Person am Tappenkarseeweg geborgen worden. Heuer absolvierte die Bergrettung Kleinarl bereits 15 Einsätze – mehr als in den Vergleichszeiträumen der Vorjahre.

Dank an alle Einsatzkräfte

Bezirksleiter Gerhard Kremser bedankte sich bei allen Einsatzkräften, den Besatzungen des Polizeihubschraubers und des C14 sowie bei der Polizei für die professionelle Zusammenarbeit. Auch der Flugrettung Heli Austria dankte er für die Betankung des C14, die einen wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft leistete. „Das Team des C14 hat eine Meisterleistung vollbracht“, sagte Einsatzleiter Alois Langegger. Im Einsatz waren auch die Freiwillige Feuerwehr Kleinarl, die Alpinpolizei und First Responder.

Quelle: https://www.bergrettung-salzburg.at/news/einsatz-bergrettung-kleinarl-familie-auf-ennskraxn-verirrt

Worüber spricht Salzburg morgen?

Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.

Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

austria.com auf Google bevorzugen.