Betriebsrat startet Solidaritätsaufruf für Ardo-Werk

Nach der angekündigten Schließung des Ardo-Werks in Groß-Enzersdorf im August 2027 ruft der Betriebsrat zu einer Solidaritätsaktion auf. Konsumenten sollen in sozialen Netzwerken Bilder mit Schildern wie „Regional statt international“ posten.
Der Betriebsrat des Iglo-Zulieferers Ardo hat eine Solidaritätskampagne ins Leben gerufen, um gegen die für August 2027 geplante Werksschließung in Groß-Enzersdorf zu mobilisieren. Konsumenten werden aufgefordert, in sozialen Netzwerken Fotos mit Botschaften wie „Regional statt international“ zu veröffentlichen. „Denn so erzeugen wir Druck gegenüber Ardo, dass doch noch vielleicht eine Chance besteht, dieses Werk zu erhalten“, erklärte Dietmar Breiner in einem Video.
Der Vorsitzende des Arbeiterbetriebsrates warnte in dem auf Youtube veröffentlichten Clip vor einem Versorgungsengpass bei heimischem Tiefkühlgemüse. „Weil wir derzeit der einzige Lieferant für alle nennenswerten Ketten in Österreich sind“, betonte er. Gemeinsam müsse nun für die Versorgungssicherheit gekämpft werden.
Arbeiterkammer fordert umfassenden Sozialplan
Das Unternehmen hatte zuletzt ein Hilfs- und Subventionspaket von Bund und Land abgelehnt und in der Vorwoche angekündigt, sich auf die Ausarbeitung eines Sozialplans konzentrieren zu wollen. Markus Wieser, Präsident der Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) und Vorsitzender des ÖGB Niederösterreich, kritisierte gegenüber dem ORF Niederösterreich, dass ein konkretes Angebot bisher mit dem Argument abgelehnt worden sei, dass sich das alles nicht ausgehe. Es brauche einen Sozialplan, der alle Härten abfedere.
Wieser hatte bereits am Montag nach Gesprächen mit Ardo-Beschäftigten einen „rot-weiß-roten Schulterschluss“ gefordert. Im Sinne der Versorgungssicherheit sollte jetzt etwas Neues entstehen.
190 Arbeitsplätze betroffen
Das Ardo-Tiefkühlgemüsewerk in Groß-Enzersdorf produziert unter anderem für Iglo und die Tiefkühl-Eigenmarken von Billa, Hofer und Spar. Von der für Ende August 2027 geplanten Schließung sind 190 Beschäftigte betroffen. Hinzu kommen 50 Leiharbeitskräfte.
Die belgische Gruppe hat 2025 in Niederösterreich eigenen Angaben zufolge die Erzeugnisse von rund 270 Bauern verarbeitet. Die Erzeugerorganisation Tiefkühlgemüse (ETG), die für Ardo produziert, hat 500 Mitgliedsbetriebe.
Quelle: APA
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