Betrugsbande in Graz festgenommen

Nach monatelangen Ermittlungen hat die Polizei in Graz (Steiermark) eine organisierte Betrugsbande ausgehoben. Vier Männer sollen mit gefälschten Handyverträgen einen Schaden im sechsstelligen Bereich verursacht haben.
Die Kriminalisten des Stadtpolizeikommandos Graz konnten am 10. und 11. August mehrere Tatverdächtige festnehmen. Den vier Hauptverdächtigen im Alter von 22, 26, 28 und 28 Jahren wird laut Polizei gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen.
Ursprünglich hatten die Ermittlungen wegen gewerbsmäßiger Ladendiebstähle in der Steiermark begonnen. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Graz leitete das Kriminalreferat verdeckte Observationsmaßnahmen ein. Dabei stellten die Beamten fest, dass die Gruppe ihre Methode geändert hatte und sich nun auf betrügerische Anmeldungen hochpreisiger Mobiltelefone konzentrierte.
Arbeitsteilung mit „Dolmetschern“
Die Tätergruppe soll laut Polizei äußerst strukturiert vorgegangen sein: Sie warb ukrainische Landsleute an und besuchte mit diesen Grazer Einkaufszentren. Sogenannte „Dolmetscher“ begleiteten die Personen in die Shops, während die Hauptverdächtigen im Hintergrund blieben, Anweisungen gaben und das Bargeld für die Anzahlungen bereitstellten. Die Verträge für die teuren Geräte wurden auf Ratenzahlung abgeschlossen – im Wissen, dass die Raten nie bezahlt werden würden. Die Neugeräte übernahmen die Haupttatverdächtigen sofort, die Anwerber und Vermittler erhielten eine kleine Entlohnung.
Zugriff vor Einkaufszentrum
Am 10. und 11. August 2026 intensivierte das Kriminalreferat die Überwachung. Unter Einbindung der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität (EGS) Steiermark, eines Polizeidrohnenpiloten sowie von Diensthunden beobachteten die Einsatzkräfte die Verdächtigen bei einem erneuten Versuch in einem Einkaufszentrum.
Der 22-jährige Hauptverdächtige begab sich dabei mit zwei Landsleuten im Alter von 39 und 66 Jahren in einen Shop. Eine Anmeldung wurde wegen mangelnder Bonität abgelehnt. In einem zweiten Fall klappte es hingegen mit dem Abschluss. Der 22-Jährige nahm das teure Mobiltelefon in Empfang und übergab es draußen an die beiden Hauptverdächtigen im Alter von 26 und 28 Jahren. Kurz darauf griff die Polizei ein: Vor dem Haupteingang nahmen die Beamten in einer koordinierten Aktion alle Beteiligten fest.
Bargeld und Beweismaterial sichergestellt
Bei der Personendurchsuchung stellten die Beamten beim 28-jährigen Hauptverdächtigen mehrere tausend Euro Bargeld sicher. In seinem Auto entdeckten die Ermittler Ausweise weiterer Anwerber sowie Verträge, die auf andere Personen ausgestellt waren. Bei einer Hausdurchsuchung an der Wohnadresse des 28-Jährigen sicherten die Polizisten weiteres umfangreiches Beweismaterial.
Bei den Befragungen gestanden einige der Festgenommenen die Tat teilweise ein. Die vier Hauptverdächtigen wurden über Anordnung der Staatsanwaltschaft Graz in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert. Der verursachte Gesamtschaden dürfte laut Polizei im sechsstelligen Euro-Bereich liegen. Die Ermittlungen dauern an.
Es gilt die Unschuldsvermutung.
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