Bezirk Zwettl hat Blackout-Pläne für alle Gemeinden

Mathias FischerMathias Fischer
Bezirks Zweettl Blackout-Vorsorgeplan: Laterne beleuchtet Karte mit Strommasten, Funkmast, Zahnrädern und Krankenhaus
© Mit KI (Gemini) generiert

Sämtliche Gemeinden im Bezirk Zwettl verfügen nun über fertige Katastrophenschutzpläne für großflächige Strom- und Infrastrukturausfälle. Damit ist der niederösterreichische Bezirk der erste in ganz Österreich mit flächendeckender Blackout-Vorsorge.

Als erste Region Österreichs kann der Bezirk Zwettl auf vollständige Sonderkatastrophenschutzpläne für den Fall eines großflächigen Blackouts zurückgreifen. Alle Gemeinden des Bezirks haben ihre Vorbereitungen abgeschlossen und verfügen über klare Strukturen und Maßnahmen für einen möglichen Strom- und Infrastrukturausfall.

LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf würdigte das Engagement in der Region: Mit den fertigen Plänen sei ein wichtiger Meilenstein für die Sicherheit der Bevölkerung und die Krisenfestigkeit erreicht worden. Der Bezirk zeige eindrucksvoll, wie vorausschauende Katastrophenschutzplanung funktioniere, so Pernkopf. Jede Gemeinde verfüge nun über klare Verantwortlichkeiten und Abläufe für den Ernstfall.

Bezirkshauptmannschaft koordinierte Zusammenarbeit

Die Bezirkshauptmannschaft Zwettl koordinierte das umfassende Projekt. Unter der Leitung von Bezirkshauptmann Markus Peham arbeiteten Gemeinden, Behörden, Einsatzorganisationen und Betreiber kritischer Infrastruktur zusammen. Das Ergebnis zeige, was möglich sei, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen, betonte Peham. Die Herausforderungen eines möglichen Ausfalls könnten nur gemeinsam bewältigt werden. Der Bezirk habe Pionierarbeit geleistet und eine Vorbildwirkung für ganz Österreich geschaffen.

Der Zwettler Bürgermeister Franz Mold verwies auf frühere Katastrophen in der Region. Die Hochwasser 2002 und 2024 sowie der Raureif 2014 hätten massive Schäden an Stromleitungen verursacht und zu tagelangen Ausfällen geführt. Vorausschauende Katastrophenschutzplanung sei daher ein wichtiges Anliegen für die Gemeinden. Mold dankte Bezirkshauptmann Peham, der das Projekt maßgeblich vorangetrieben habe.

Hochwasser 2024 als Bewährungsprobe

Bezirksfeuerwehrkommandant Ewald Edelmaier hob hervor, dass sich die gemeinsame Vorbereitung bereits beim Hochwasser 2024 bewährt habe. Behörden und Einsatzkräfte hätten sich und ihre Abläufe gekannt – dadurch sei im Ernstfall schneller und effizienter gehandelt worden. Das zeige den Wert der engen Zusammenarbeit im Katastrophenfall.

Zahlreiche Ereignisse im In- und Ausland würden die Bedeutung solcher Vorbereitungen immer wieder beweisen. Naturkatastrophen, technische Störungen oder geopolitische Entwicklungen machten deutlich, wie rasch kritische Infrastrukturen beeinträchtigt werden können. Umfassende Vorsorge und klare Einsatzabläufe seien entscheidend, um die Versorgung der Bevölkerung auch in Krisensituationen sicherzustellen.

Leitfaden und Übung als Grundlage

Grundlage für das Projekt war ein Leitfaden, den das Land Niederösterreich und der Niederösterreichische Zivilschutzverband erarbeitet hatten. Dieser diente den Gemeinden als einheitliche und praxisnahe Vorlage und stellte sicher, dass alle wesentlichen Maßnahmen und Abläufe systematisch berücksichtigt wurden.

Neben Gemeinden und Behörden waren auch Einsatzorganisationen sowie Betreiber kritischer Infrastruktur aktiv eingebunden. Dazu zählen unter anderem Kliniken, Pflege- und Betreuungszentren, die gerade bei einem länger andauernden Stromausfall eine zentrale Rolle für die Aufrechterhaltung der Versorgung und Betreuung einnehmen.

Ein wichtiger Schritt zur Fertigstellung der Pläne war die große Katastrophenschutzübung „TEMPESTAS“ im Mai 2024. Sie sensibilisierte zahlreiche Verantwortliche im Bezirk für die Herausforderungen eines umfassenden Strom- und Infrastrukturausfalls. Die gewonnenen Erkenntnisse flossen unmittelbar in die Planungen ein und trugen zur Qualität der Vorsorgemaßnahmen bei.

Quelle: OTS

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