Bezirkshauptmannschaft Hallein feiert 130 Jahre

Pia ProdingerPia Prodinger
Gruppenfoto mit Ehrengästen in Villach
© Landes-Medienzentrum

Die Bezirkshauptmannschaft Hallein hat am Mittwoch ihr 130-jähriges Bestehen gefeiert. Ein von Kaiser Franz Joseph erlassenes Gesetz zur Gründung der Behörde trat vor 130 Jahren in Kraft.

Bezirkshauptfrau Monika Vogl beging das Jubiläum gemeinsam mit Puchs Bürgermeisterin Barbara Schweitl sowie weiteren Bürgermeistern des Tennengaus. Zu den Gratulanten zählten außerdem Landesrätin Daniela Gutschi, Landesamtsdirektor Franz Moser und die Bezirkshauptfrau von Salzburg-Umgebung, Karin Gföllner.

Die Bezirkshauptmannschaft in der Schwarzstraße 14 in Hallein übernimmt täglich zahlreiche Aufgaben für die Bevölkerung des Bezirks. Dazu zählen unter anderem amtsärztliche Untersuchungen, Angelegenheiten des Bau- und Gewerberechts, Führerschein- und Passwesen, Kinder- und Jugendhilfe, soziale Belange, Verwaltungsstrafverfahren sowie wasserrechtliche Aufgaben. Seit 2023 steht Monika Vogl an der Spitze der Behörde.

Wirtschaftsstandort mit starker Industrie

Die wirtschaftliche, gesellschaftliche und infrastrukturelle Vielfalt des Tennengaus spiegelt sich auch im Aufgabenbereich der Bezirkshauptmannschaft wider. „Der Bezirk hat sich in den vergangenen Jahrzehnten immens entwickelt“, betont Vogl. Als Beispiel nennt sie die internationale Ausrichtung der heimischen Industrie mit Unternehmen wie AustroCel, Bosch, Emco und Schlotterer, die auf Innovation sowie Forschung und Entwicklung setzen.

31,6 Prozent der Erwerbstätigen sind im Bereich Industrie und Produktion beschäftigt. Im Jahr 2024 hatten mehr als 5.000 Unternehmen ihren Sitz oder eine Betriebsstätte im Bezirk Hallein.

Hohe Beschäftigung und geringe Arbeitslosigkeit

Die wirtschaftliche Stärke des Tennengaus wird laut Landesstatistiker Gernot Filipp auch durch aktuelle Kennzahlen belegt. Demnach gibt es im Bezirk 27 Unternehmen mit 100 bis 499 Mitarbeitenden, vier Betriebe beschäftigen sogar mehr als 500 Personen.

Im ersten Quartal 2026 lag die Arbeitslosenquote bei 4,4 Prozent. Damit belegte der Tennengau gemeinsam mit dem Pongau Platz zwei unter Salzburgs Bezirken und lag knapp hinter dem Flachgau mit 4,1 Prozent.

Zwischen Jänner und März 2026 waren durchschnittlich mehr als 27.140 Menschen in den 13 Gemeinden des Tennengaus unselbstständig beschäftigt.

Industriestärkster Bezirk Salzburgs

Die Industrie nimmt im Tennengau eine zentrale Rolle ein. „Es ist der industriestärkste Bezirk im Bundesland“, sagt Irene Schulte, Geschäftsführerin der Industriellenvereinigung Salzburg.

Sowohl beim Industrieanteil von knapp 25 Prozent als auch bei der Dichte an Industriearbeitsplätzen mit rund 108 Stellen je 1.000 Einwohnern liegt der Tennengau an der Spitze. Zum Vergleich kommt der Flachgau auf rund 88 Industriearbeitsplätze je 1.000 Einwohner.

Darüber hinaus weist der Bezirk laut Schulte die höchste Wachstumsdynamik auf. Rund 6.600 Menschen arbeiten in Industriebetrieben, zu den größten Arbeitgebern zählen die Bosch-Gruppe und AustroCel.

Breites Bildungs- und Kulturangebot

„Der flächenmäßig kleinste Bezirk Tennengau hat große Bedeutung. Durch die modernen Standorte erwirtschaftet der Bezirk eine hohe Wertschöpfung und trägt so zum Wohlstand des Bundeslandes bei“, betont Vogl.

Ergänzt wird dies durch ein vielfältiges Bildungsangebot. Dieses reicht vom Holztechnikum Kuchl über die Modeschule Hallein und die Landwirtschaftliche Fachschule Oberalm mit Schwerpunkt Pferdewirtschaft bis zur Fachhochschule Salzburg am Standort Puch/Urstein.

Auch kulturell zeigt sich der Tennengau vielseitig: von gelebter Volkskultur über die Salzburger Festspiele bis hin zur historischen Altstadt von Hallein. Hinzu kommen zahlreiche Biobetriebe, die das Bild der Region prägen.

Bürgernahe Verwaltung für mehr als 62.000 Menschen

Die Vielfalt des Bezirks bringt auch ein breites Spektrum an Verwaltungsaufgaben mit sich. „Fast alle Schauplätze, die es in der Bezirksverwaltung gibt, spielen bei uns eine Rolle, bis hin zur Justizanstalt Salzburg in Puch/Urstein“, erklärt Vogl.

Die Zuständigkeit der BH Hallein umfasst zahlreiche Lebensbereiche der insgesamt 62.185 Einwohnerinnen und Einwohner. Dazu gehören unter anderem Aufenthaltsrecht, Führerschein- und Passwesen, ID Austria, Sicherheitsfragen, soziale Angelegenheiten sowie die Kinder- und Jugendhilfe. Ziel sei es, Leistungen möglichst bürgernah, kompetent und unbürokratisch anzubieten.

13 Gemeinden im Bezirk Hallein

Der politische Bezirk Hallein umfasst 13 Gemeinden. Die Stadt Hallein zählt als zweitgrößte Stadt des Bundeslandes derzeit rund 21.500 Einwohnerinnen und Einwohner. Mit mehr als 90 vertretenen Nationalitäten bildet sie einen urbanen Gegenpol zu den kleineren, ländlich geprägten Gemeinden des Bezirks.

Die kleinste Gemeinde ist Rußbach mit rund 780 Einwohnerinnen und Einwohnern.

Der Anteil der Bevölkerung mit ausländischer Staatsangehörigkeit liegt im Tennengau bei 17 Prozent. Die größte ausländische Bevölkerungsgruppe stellen sowohl im Bezirk als auch landesweit deutsche Staatsangehörige. Gegenüber 2015 verzeichnete der Bezirk ein Bevölkerungswachstum von 5,5 Prozent.

Vogl hebt zudem die enge Zusammenarbeit mit den 13 Gemeinden sowie mit anderen Behörden und Organisationen hervor. Diese leiste einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit und zum Zusammenleben im Bezirk.

Die Bezirkshauptmannschaft in Zahlen

Die Bezirkshauptmannschaft Hallein hat ihren Sitz in der Schwarzstraße 14 in Hallein und wird von Bezirkshauptfrau Monika Vogl geleitet. Das Gebäude verfügt über rund 3.500 Quadratmeter Nutzfläche. Insgesamt sind 101 Mitarbeitende beschäftigt.

Organisatorisch gliedert sich die Behörde in acht Bereiche: Zentrale Dienste, Gewerbe und Bauwesen, Umwelt und Forst, Soziales, Gesundheit und Führerscheinwesen, Sicherheit und Verkehrswesen, Kinder- und Jugendhilfe sowie Strafen und Vollstreckungswesen.

Quelle: https://www.adnet.at/Bezirkshauptmannschaft_Hallein_feiert_130-Jahr-Jubilaeum

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