Biber helfen bei Wasserspeicherung in Revieren

Mathias FischerMathias Fischer
Schilf im trüben Wasser eines Bachs mit üppiger Ufervegetation.
© jagd-bgld.at

Der vergangene Sommer hat gezeigt, wie wichtig Wasserstellen für heimische Wildtiere sind. Im Bezirk Oberpullendorf erwiesen sich Biberdämme als wertvolle Wasserspeicher während der Trockenperioden.

Hohe Temperaturen und lange Trockenzeiten setzen den heimischen Tierarten zunehmend zu. Im Bezirk Oberpullendorf wird die Wasserversorgung für Wild zu einer wachsenden Herausforderung, wie der Niederwildreferent des Jagdvereins Oberpullendorf berichtet.

In vielen Revieren fehlen größere Teiche oder dauerhafte Wasserflächen. Umso bemerkenswerter waren Beobachtungen entlang der Bäche: Dort, wo Biber Dämme errichtet haben, entstanden kleine Wasserflächen, die selbst während längerer Hitzeperioden erhalten blieben. Diese Bereiche entwickelten sich zu wichtigen Anlaufstellen für Wildtiere.

Biberdämme verlangsamen Wasserabfluss

Durch seine Dämme verlangsamt der Biber den Wasserabfluss in Bächen. Das Wasser wird zurückgehalten, kann sich ausbreiten und bleibt länger in der Landschaft verfügbar. Dadurch entstehen Feuchtflächen und vielfältige Lebensräume, von denen zahlreiche Tier- und Pflanzenarten profitieren.

Solche Bereiche bieten nicht nur Wasser und Deckung für Wildtiere, sondern schaffen auch wertvolle Lebensräume für Amphibien, Insekten und viele Vogelarten. Allerdings sind Biberdämme nicht überall unproblematisch. Werden landwirtschaftliche Flächen, Wege oder technische Anlagen beeinträchtigt, können Konflikte entstehen.

Dort, wo die positiven Auswirkungen überwiegen und die rechtlichen Rahmenbedingungen eingehalten werden, sollten die Leistungen des Bibers als Chance für Natur und Landschaft anerkannt werden, so der Niederwildreferent.

Maßnahmen zur Wasserspeicherung notwendig

Steigende Temperaturen und längere Trockenzeiten erschweren es dem Wild zunehmend, ausreichend Wasser zu finden. Besonders in intensiv genutzten Agrarlandschaften fehlen oft natürliche Wasserstellen und feuchte Rückzugsräume.

Zu möglichen Maßnahmen in den Revieren gehören die Anlage kleiner Teiche, die Schaffung geeigneter Biotope, die Wiederherstellung von Feuchtflächen sowie die Speicherung von Niederschlagswasser. Auch die Renaturierung von Bachabschnitten und die Förderung natürlicher Wasserrückhalteräume können einen wichtigen Beitrag leisten.

Dabei müssen es nicht immer große Projekte sein. Oft können bereits kleinere, gezielt umgesetzte Maßnahmen eine spürbare Wirkung entfalten. Solche Vorhaben lassen sich nur gemeinsam mit Grundeigentümern, Landwirten, Gemeinden, Wasserbau und Naturschutz erfolgreich umsetzen.

Jägerschaft fordert klare Regeln

Die Jägerschaft hat im vergangenen Sommer das Wild dort unterstützt, wo natürliche Wasserquellen fehlten. Jägerinnen und Jäger versorgten bestehende Wasserstellen oder brachten Wasser in die Reviere. Dieser Einsatz erforderte Zeit, Arbeit und Organisation.

Langfristig kann es jedoch nicht die Lösung sein, in jedem trockenen Sommer Wasser mit Fahrzeugen ins Revier zu transportieren. Ziel muss es sein, naturnahe und nachhaltige Strukturen zu schaffen, die Wasser speichern und dem Wild dauerhaft zur Verfügung stellen.

Für außergewöhnliche Trockenzeiten braucht es klare, verständliche und praxisnahe Vorgaben. Eine frühzeitige Abstimmung mit den zuständigen Behörden kann dazu beitragen, Rechtssicherheit zu schaffen und notwendige Maßnahmen rechtzeitig vorzubereiten, betont Mario Sacek, Niederwildreferent des Jagdvereins Bezirk Oberpullendorf.

Ententeich mit viel grüner Algenblüte und Schilf im Vordergrund
© jagd-bgld.at

Quelle: https://jagd-bgld.at/der-biber-hat-auch-vorteile

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