Biber, Steinmarder oder Zwergmaus: Abstimmung läuft

Der Naturschutzbund Österreich ruft zur Wahl des „Tiers des Jahres 2027“ auf. Drei Säugetiere stehen zur Auswahl: Biber, Steinmarder und Zwergmaus. Bis 1. November können Interessierte online abstimmen.
Heuer können Naturfreunde wieder entscheiden, welches Tier den Titel „Tier des Jahres 2027“ erhält. Der Naturschutzbund Österreich hat drei Säugetiere nominiert: den Biber, den Steinmarder und die Zwergmaus. Alle drei Arten verbindet, dass sie unter der zunehmenden Zerschneidung der Landschaft leiden. Zusammenhängende, naturnahe Lebensräume sind für ihr Überleben unverzichtbar.
Die öffentliche Abstimmung läuft bis Sonntag, 1. November 2026. Mit dem Voting soll auf die Gefährdung der Tiere aufmerksam gemacht werden. Die Siegerart erhält einen größeren öffentlichen Auftritt, um ihre Besonderheiten sowie ihre Bedürfnisse und Bedrohungen bekannt zu machen. Unter allen Teilnehmenden werden Naturbücher verlost.
Der Biber als Landschaftsgestalter
Der Biber (Castor fiber) erreicht eine Kopf-Rumpflänge von 80 bis 100 Zentimetern und eine Schwanzlänge von bis zu 30 Zentimetern. Sein Fell gehört zu den dichtesten im Tierreich, besonders am Bauch. Auffällig ist der flache Schwanz, der mit Hornschuppen bedeckt ist.
Der Pflanzenfresser ernährt sich von krautigen und verholzten Pflanzen in Gewässernähe. Mit seinen vier Nagezähnen, die mit einer harten, eisenhaltigen, orangen Schmelzschicht überzogen sind und lebenslang nachwachsen, kann er selbst harte Bäume fällen. Das Holz nutzt er für den Bau von Burgen und Dämmen.
Der ganzjährig aktive Biber zählt zu den wichtigsten Gestaltern europäischer Gewässerlandschaften und gilt als Schlüsselart. Durch seine Bautätigkeit schafft er ökologische Nischen für zahlreiche andere Arten. Seine Dämme ermöglichen die Wiedervernässung von Flächen und die Entstehung naturnaher Gewässerstrukturen, was die Renaturierung von Wasserlebensräumen fördert.
Der Steinmarder als Kulturfolger
Der Steinmarder (Martes foina) erreicht eine Kopf-Rumpflänge von 37 bis 52 Zentimetern und eine Schwanzlänge von bis zu 31 Zentimetern. Er bevorzugt offene Landschaften mit Busch- und Baumbestand sowie felsiges Gelände. Im Gebirge ist er bis in Höhen von etwa 2.400 Metern anzutreffen.
Der überwiegend nachtaktive Allesfresser gilt als ausgesprochener Kulturfolger und hält sich oft in der Nähe menschlicher Siedlungen auf. Tagsüber nutzt er Schlaf- und Ruheplätze wie Gebäude, Holzstapel oder Baumhöhlen. Auf seinem Speiseplan stehen vor allem Kleinsäuger, Aas, Vögel und deren Eier, aber auch Insekten, Obst, Nüsse und weitere pflanzliche Nahrung.
Die Paarungszeit erstreckt sich von Juni bis August. Nach einer etwa neunmonatigen Tragezeit bringt das Weibchen im darauffolgenden Frühjahr die Jungtiere zur Welt. Der Steinmarder ist ganzjährig aktiv und hält keinen Winterschlaf. Im Freiland kann er ein Alter von bis zu zehn Jahren erreichen.
Die Zwergmaus als kleinstes Nagetier
Die Zwergmaus (Micromys minutus) erreicht eine Kopf-Rumpflänge von 50 bis 75 Millimetern und eine Schwanzlänge von bis zu 75 Millimetern. Sie ist das kleinste Nagetier Österreichs und gehört zu den kleinsten Säugetieren Europas. Charakteristisch ist ihr greiffähiger Schwanz, der sie zu einer ausgezeichneten Halmkletterin macht.
Man findet sie an vegetationsreichen Flussufern, Hochstaudenfluren, Feuchtwiesen mit Hochgrasbeständen sowie in Au- und Laubbruchwaldbereichen. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft nehmen solche Lebensräume jedoch stetig ab.
Die Zwergmaus ist sowohl tag- als auch nachtaktiv und lebt überwiegend einzelgängerisch. Zwischen März und Oktober erstreckt sich die Paarungszeit, in der sie zwei- bis dreimal pro Jahr wirft. Etwa zehn Tage vor der Geburt errichten die trächtigen Weibchen kugelförmige Nester aus Blättern und befestigen diese an umliegenden Halmen. Der kleine wasserliebende Nager ernährt sich überwiegend von verschiedenen Samen, grünen Pflanzenteilen und Insekten.

Quelle: https://naturschutzbund.at/tier-des-jahres-2027.html
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