Biber untergraben Damm in St. Pölten – Wege gesperrt

Mathias FischerMathias Fischer
© Saleh Bakhshiyev / Pexels (Symbolbild)

Im Süden von St. Pölten haben Biber am Mühlbach Schäden verursacht und Dämme untergraben. Die betroffenen Wege zwischen Sonnenpark und VAZ-Gelände wurden aus Sicherheitsgründen gesperrt, so der ORF.

Die Nagetiere haben im Bereich des Mühlbachs im Süden der niederösterreichischen Landeshauptstadt für Probleme gesorgt. Wegen der Untergrabung der Dämme wurde ein Betretungsverbot für Spaziergänger ausgesprochen. Betroffen sind die Abschnitte neben dem Mühlbach zwischen Sonnenpark und VAZ-Gelände. Die Sperrung erfolgt möglicherweise auch im Hinblick auf das in wenigen Tagen stattfindende Frequencyfestival.

Warum Biber Gewässer aufstauen

Richard Zink, Wildtierökologe an der Veterinärmedizinischen Universität Wien, erklärt das Verhalten der Tiere. Mit einem Gewicht von 15 bis 20 Kilogramm sei der Biber ein sehr großes, aber behäbiges Tier, das sich schwer fortbewege. Deshalb staue er Flüsse oder Gewässer auf.

In den gestauten Bereichen könne sich das Tier leichter bewegen und gefällte Bäume besser transportieren, so Zink. Problematisch werde es allerdings, wenn Biber Höhlungen in Dämme graben und diese unterminieren.

Nützlich in Trockenperioden

In klimatisch schwierigen Zeiten könnte der Biber jedoch auch Teil der Lösung sein, ist der Wildtierökologe überzeugt. Die Tiere seien diejenigen, die am ehesten helfen, Wasser zurückzuhalten. Zink berichtet von eigenen Beobachtungen an seinem Grundstück, das an einen Bach mit Biberdamm grenzt. Während der kleine Bach zwischenzeitlich ausgetrocknet sei, seien hinter den Dämmen mehrere Teiche zu sehen. Dies sei für eine Vielzahl von Wildtieren, aber auch für die Grundwasserregulierung und die Pflanzen rundherum ein wesentlicher Effekt.

Maßnahmen für ein Miteinander

Um ein friedliches Miteinander zu gewährleisten, seien Raumordnungskonzepte sinnvoll, so Zink. Dort wo man den Biber nicht haben wolle, könne man gezielt Maßnahmen setzen. Bei neu errichteten Wasserdämmen könne man diese bibersicher machen, indem man ein entsprechendes Gitter in die Dammkrone einbringe. Dann seien die Probleme in der Regel geringfügig.

Biberbeobachtungen sind für die Wissenschaft wichtig, da sie Auskunft über die Entwicklung von Biberpopulationen in unterschiedlichen Gebieten geben. Das Projekt StadtWildTiere Österreich besteht seit 2015 und erfasst Wildtiere im urbanen Lebensraum. Beobachtungen können auf der Internetseite des Projekts gemeldet werden.

Quelle: https://noe.orf.at/stories/3366423/

Worüber spricht Sankt Pölten morgen?

Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.

Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

austria.com auf Google bevorzugen.