Bildhauer Franz Xaver Ölzant verstorben

Mathias FischerMathias Fischer
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Das Land Niederösterreich trauert um den Bildhauer Franz Xaver Ölzant. Der 1934 in der Steiermark geborene Künstler prägte mit seinen Skulpturen die Kunstlandschaft des Bundeslandes nachhaltig.

Franz Xaver Ölzant, einer der wichtigsten Bildhauer der österreichischen Gegenwartskunst, ist tot. Das gab das Land Niederösterreich bekannt. Mit seinem charakteristischen künstlerischen Schaffen und seiner tiefen Verwurzelung im Waldviertel habe er die niederösterreichische Kunstlandschaft entscheidend mitgestaltet.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner würdigte den Verstorbenen als außergewöhnlichen Künstler, dessen Werk weit über Niederösterreich hinaus gewirkt habe. „Er hat aus der einzigartigen Natur- und Kulturlandschaft unseres Landes eine unverwechselbare künstlerische Sprache geschaffen“, so Mikl-Leitner. Sein Werk stelle ein wertvolles kulturelles Erbe dar, das auch für künftige Generationen bedeutsam bleiben werde.

Vom Waldviertel inspiriert

Der 1934 in der Steiermark geborene Ölzant fand im Waldviertel seine künstlerische Heimat. Nach seinem Studium an der Universität für angewandte Kunst in Wien lebte und arbeitete er zwischen 1958 und 1965 in Pfaffenschlag. Nach einigen Jahren in Wien kehrte er 1976 in die Region zurück, die zu einer zentralen Inspirationsquelle für sein Schaffen wurde.

Ölzant entwickelte eine eigenständige künstlerische Formensprache, die sich mit den grundlegenden Beziehungen zwischen Natur, Gestaltung und Ornament beschäftigte. Damit nahm er eine bedeutende Position innerhalb der österreichischen Bildhauerei des 20. Jahrhunderts ein.

Findlinge als künstlerisches Material

Besonders eng verknüpft ist sein Werk mit den Findlingen des Waldviertels. Aus den geologischen Gegebenheiten der Region schuf Ölzant Kunstwerke, die Landschaft und Skulptur miteinander verschmelzen lassen. Ein herausragendes Beispiel ist die 1994 entstandene „Basilika“ nahe Waidhofen an der Thaya: Aus Dioritfindlingen formte er eine monumentale, kirchenähnliche Anlage, die sich eindrucksvoll in die Landschaft einfügt.

Seine Arbeiten im öffentlichen Raum, darunter auch jene im Umfeld des Landhauses in St. Pölten, machen Kunst für die Menschen unmittelbar erlebbar und bereichern das kulturelle Erbe des Landes.

Auszeichnungen und Lehrtätigkeit

Im Jahr 2005 wurde Ölzant mit dem Würdigungspreis des Landes Niederösterreich für bildende Kunst ausgezeichnet. Seine künstlerische Bedeutung wurde auch durch seine langjährige Lehrtätigkeit an der Akademie der bildenden Künste Wien unterstrichen, an der er ab 1986 als Professor und Leiter einer Meisterklasse wirkte.

Ölzant hinterlässt ein Werk, das die Grenzen zwischen Kunst und Natur, zwischen Material und Form immer wieder neu auslotet. Seine Skulpturen sind Teil der kulturellen Identität Niederösterreichs geworden. Besonders im Waldviertel wird seine künstlerische Handschrift dauerhaft sichtbar und erlebbar bleiben.

Quelle: OTS

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