Bio-Milchbetriebe senken Emissionen um zwölf Prozent

Ein dreijähriges Forschungsprojekt zur klimaeffizienten Bio-Milchproduktion wurde erfolgreich abgeschlossen. 54 Betriebe in Niederösterreich und der Steiermark konnten ihre produktbezogenen Treibhausgasemissionen deutlich reduzieren.
Das Projekt „Treibhauseffiziente Bio-Milchproduktion“ ist nach dreijähriger Laufzeit abgeschlossen worden. Zwischen 2023 und 2025 wurden 54 Bio-Milchviehbetriebe aus den Niederösterreichischen Kalkalpen sowie der Buckligen Welt und dem Oststeirischen Bergland wissenschaftlich begleitet.
Ziel war es, Emissionsprofile österreichischer Bio-Milchviehbetriebe präzise zu erfassen und durch die Zusammenarbeit von Forschung und Praxis konkrete Klimaschutzmaßnahmen zu entwickeln. Die wissenschaftliche Grundlage bildeten Ökobilanzierungen mittels des Instruments FarmLife.
Maßnahmenkatalog für die Praxis entwickelt
Im Austausch zwischen Wissenschaft, Beratung und Landwirten entstand ein dynamischer Maßnahmenkatalog mit 69 Optionen, der auf 24 für die Praxis besonders relevante Kernmaßnahmen konzentriert wurde.
Die Auswertungen der drei Projektjahre zeigen folgende Werte als ungewichteten Betriebsmittelwert: Die produktbezogenen Emissionen lagen bei 1,34 (2023), 1,29 (2024) und 1,28 (2025) Kilogramm CO₂-Äquivalent pro Kilogramm FPCM. Die flächenbezogenen Emissionen betrugen 7.431 (2023), 6.995 (2024) und 7.144 (2025) Kilogramm CO₂-Äquivalent pro Hektar.
Zwölf Prozent weniger Emissionen durch Leistungssteigerung
Eine modellbasierte Zeitreihenanalyse von 2018 bis 2025 ergab, dass die produktbezogenen Emissionen durch Leistungssteigerungen pro Kuh um durchschnittlich zwölf Prozent sanken. Die flächenbezogenen Werte stiegen hingegen leicht an.
Die Daten zeigten zudem, dass externe Faktoren wie extreme Witterungsereignisse in Trockenjahren oder schwankende Marktpreise die bilanziellen Ergebnisse stark beeinflussen. Dies unterstreiche die Notwendigkeit, Klimaeffizienz als langfristige Managementleistung im Kontext von Standort, Klima und Markt zu betrachten, heißt es in der Projektbeschreibung.
Digitale Plattform unterstützt Betriebe
Die Kennzahlen wurden in mehrjährige Betriebsdossiers überführt und über die digitale Plattform FarmConsult zugänglich gemacht. In Kombination mit strukturierter Beratung durch Bio Austria konnten Verständnis und Umsetzungsquote auf den Betrieben gesteigert werden.
Die Liefermengen-gewichteten Mittelwerte zeigten deutlich niedrigere Zahlen als die Betriebsmittelwerte, da größere Betriebe oftmals eine geringere Emissionsintensität aufweisen.
Werkzeuge für Beratung und Industrie
Das System biete eine klare Orientierungshilfe, um betriebsindividuelle Stärken und Optimierungspotenziale im Betriebsmanagement zu nutzen. Für die Abnehmerindustrie liefere das Projekt evidenzbasierte Ansätze, um den Emissionsfußabdruck entlang der gesamten Wertschöpfungskette transparent abzubilden – insbesondere im Hinblick auf die Anforderungen der CSRD-Vorgaben (Corporate Sustainability Reporting Directive).
Die gewonnenen Daten fließen in Folgeprojekte wie den „Klimakompass Landwirtschaft“ ein. Das Projekt wurde unter der DaFNE Projekt-Nr. 101729 durchgeführt. Projektleiter war Christian Fritz von der Abteilung Ökonomie und Ressourcenmanagement.
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