Biobauer musste wegen Dürre drei Kühe verkaufen

Pia ProdingerPia Prodinger
© Mit KI (Gemini) generiert

Ein Landwirt aus Kapfenberg berichtet von drastischen Folgen der Trockenheit: Wegen Futtermangel nach schlechter Heuernte musste er bereits drei Rinder abgeben. Die Grünen fordern von der Landesregierung mehr Anstrengungen beim Klimaschutz.

Andreas Handlos bewirtschaftet seinen Biohof oberhalb von Kapfenberg seit rund 50 Jahren. Heuer erlebt er eine neue Dimension der Trockenheit: Erstmals sind nicht nur einzelne Regionen, sondern große Teile der Steiermark flächendeckend betroffen. Bei einem Pressegespräch der Grünen schilderte der Landwirt die Konsequenzen für seinen Betrieb.

Wegen einer schlechten Heuernte und dem daraus resultierenden Futtermangel musste Handlos bereits drei Kühe verkaufen. Weitere Tiere werden voraussichtlich folgen. „Trockenheit kennen wir immer wieder mal regional – aber Trockenheit in dieser flächendeckenden Form, das ist neu“, wird der Biobauer zitiert.

Klimawandel verändert Landwirtschaft massiv

Handlos beobachtet seit Jahrzehnten, wie sich die klimatischen Bedingungen auf seinem Hof verändern. Die Niederschläge haben sich in Menge und Verteilung über das Jahr stark gewandelt, speicherfüllender Regen ist seltener geworden. Trockene Phasen werden länger und intensiver, die Temperaturen steigen spürbar an.

Auch die Schneemengen sind stark rückläufig. Die Vegetationszeit hat sich verschoben: Der Weidebeginn im Frühjahr liegt heute rund drei Wochen früher, das Weideende durch Wassermangel ebenfalls früher.

Anpassungsstrategien am Betrieb

Der Landwirt hat seinen Betrieb auf mehrere Standbeine gestellt und an die klimatischen Veränderungen angepasst. Der Tierbestand wird an das verfügbare Futter angepasst. Regenwasser wird zur Stallreinigung, zur Gülleverdünnung und für den Garten genutzt – das Speichervolumen beträgt rund 50.000 Liter. Photovoltaik sorgt für saubere Energie, der Treibstoffverbrauch wurde reduziert.

Grüne kritisieren Landesregierung

Die Auswirkungen des Klimawandels sind heuer besonders spürbar: ausgetrocknete Böden, sinkende Grundwasserstände, massive Probleme in der Landwirtschaft, ausgedehnte Waldbrände und erste Gemeinden mit Schwierigkeiten bei der Trinkwasserversorgung. Österreich hat sich seit 1900 bereits um 3,1 Grad Celsius erwärmt – deutlich stärker als der globale Durchschnitt.

Klubobfrau Sandra Krautwaschl betont: „Die Steiermark bekommt die Auswirkungen des Klimawandels ganz besonders deutlich zu spüren. Wer jetzt nicht alles unternimmt, um die Menschen zu schützen, handelt fahrlässig. Um die Lebensgrundlagen für unsere Kinder und Enkelkinder abzusichern und die Steiermark auch in Zukunft lebenswert zu erhalten, braucht es jetzt konsequenten Klimaschutz.“

Sämtliche Vorschläge für eine klimafitte Steiermark, die die Grünen in den letzten Monaten in den Landtag eingebracht haben, wurden von den Regierungsparteien FPÖ und ÖVP abgelehnt.

Forderungen der Grünen

Die Grünen fordern eine überarbeitete Klimawandelanpassungsstrategie – insbesondere in den Bereichen Wasser, Landwirtschaft und Katastrophenvorsorge. Zu den konkreten Forderungen zählen:

  • Rascher Ausbau der erneuerbaren Energien
  • Abbau von klimaschädlichen Förderungen
  • Deutliche Reduktion von Bodenverbrauch und Bodenversiegelung
  • Sicherung der Trinkwasserversorgung
  • Transparentes Monitoring von Wasserentnahmen
  • Anreizsysteme, um Wasser verstärkt in der Landschaft zu halten
  • Renaturierung von Flüssen, Auen und Feuchtgebieten als natürliche Wasserspeicher
  • Unterstützungsprogramme für klimaresiliente Landwirtschaft

Die Partei betont, dass Anpassung an den Klimawandel keine Fleißaufgabe sei, sondern notwendig, damit die Anstrengungen nicht allein auf den Schultern einzelner Höfe lasten.

Quelle: https://zukunftsteiermark.at/klimaschutz-als-zukunftsfrage-fuer-die-landwirtschaft

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