Biolandwirte verkaufen Kühe wegen Futtermangel

Mona HopfingerMona Hopfinger
Klimawandel: Kuh auf ausgedörrtem Feld und leere Regale im Supermarkt
© Mit KI (Gemini) generiert

Drei Milchkühe mussten die Rammers vom Aistbergthal abgeben. Grund ist die anhaltende Trockenheit: Die Wiesen liefern zu wenig Futter, biologisches Zufutter ist kaum verfügbar und wirtschaftlich nicht darstellbar.

Herta, Leonore und Lucy verlassen den Hof. Für Silvia und Franz Rammer ist es ein schwerer Abschied, als die drei Milchkühe in den Tiertransporter steigen. Die Biolandwirte vom Aistbergthal mussten die Tiere verkaufen – die Folgen von Dürre und Hitze zwingen sie dazu.

Die Wiesen verdorren, das Futter reicht nicht mehr für die Herde. Biologisches Zufutter zu kaufen, rechnet sich wirtschaftlich nicht – sofern überhaupt welches verfügbar ist. „In den letzten zehn Jahren waren vier Jahre durch Trockenheit und Futtermangel geprägt“, sagt Franz Rammer. Die heurige Futterernte betrage nur rund ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr.

Grünland lässt sich kaum anpassen

Der Klimawandel setzt vielen Betrieben zu. Im Grünland gibt es kaum Möglichkeiten, sich an die fortschreitende Trockenheit anzupassen. Ohne Niederschlag vertrocknet das Gras. Bewässerungssysteme verursachen zusätzliche Kosten und eignen sich nicht für alle Kulturen und Regionen. Zudem ist Wasser eine begrenzte Ressource.

Niedrige Preise gefährden Existenzen

Die Landwirtschaft als Vollerwerbsbetrieb zu führen, wird immer schwieriger. Landwirtinnen und Landwirte erhalten für ihre hochwertigen Produkte oft nur bescheidene Preise. Die Konkurrenz am Weltmarkt ist groß, Preissprünge nach unten können existenzbedrohend sein. Beim Brotpreis landen lediglich vier Prozent am Bauernhof. Ein wirtschaftliches Überleben ist nur möglich, wenn höhere Preise bezahlt werden. Bürokratische Belastungen rauben zusätzlich Zeit und Energie und verhindern rasches Reagieren auf Wetterextreme.

Selbstversorgung nicht gesichert

Auch jetzt schon kann sich Österreich mit Geflügelprodukten und Eiern nicht selbst versorgen. Häufig landen billigere Produkte aus dem Ausland auf den Tischen. Auch bei Obst und Gemüse fehlt die Selbstversorgungsfähigkeit. Gewisse Gemüsesorten wie Karotten leiden unter der Hitze und liefern trotz Bewässerung keine Erträge mehr. Derzeit gibt es Engpässe, künftig drohen leere Regale.

Klimaschutz als einzige Alternative

Für die Rammers ist konsequenter Klimaschutz die einzige Alternative. Weniger CO2-Verbrauch, Förderung alternativer Energiequellen, weniger Versiegelung und bewusster Konsum zählen zu den wichtigen Forderungen für eine klimagerechte und schonende Lebensweise.

Quelle: https://ooe.gruene.at/news/sag-beim-abschied-leise-servus

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