Biotope im Prießnitztal werden saniert
Die Stadtgemeinde Mödling startet umfassende Sanierungsarbeiten an den drei Kleingewässern im unteren Prießnitztal. Ein undichter Teich muss wegen des darunterliegenden Trinkwasserspeichers neu abgedichtet werden.
Die Stadtgemeinde Mödling beginnt mit der Sanierung der Biotope im unteren Prießnitztal. Das Gebiet liegt am östlichen Rand des Biosphärenparks Wienerwald und des Naturparks Föhrenberge. Ursprünglich war das Tal ein feuchter Graben mit kleinen Tümpeln, bevor Aufschüttungen im Zuge des Wasserspeicherbaus und der Trinkwasserquellfassung den Charakter veränderten.
Die drei bestehenden Kleingewässer wurden vom Naturschutzverein Schöffel gemeinsam mit der Stadtgemeinde in den Jahren 1990, 2011 und 2017 geschaffen. Der erste flache Teich vom Parkplatz aus gesehen, der 2017 angelegt wurde, ist mittlerweile undicht. Da sich unterhalb der Gewässer ein Trinkwasserspeicher befindet, fordert die Behörde eine dichte Ausführung der Teiche. Die Folie muss daher erneuert werden.
Projektgruppe entwickelt Maßnahmenplan
Im Jahr 2025 wurde eine Projektgruppe aus Experten, Naturschutzvereinen und der Stadtgemeinde Mödling ins Leben gerufen. Ziel ist es, Maßnahmen gemäß einer Studie des Naturschutzbundes aus dem Jahr 2024 umzusetzen und aktuelle Probleme wie zu starke Verlandung, Goldfische und die undichte Folie zu lösen.
Um den Lebensraum für Libellen und Amphibien zu erhalten, wurde ein Auslichten des Baumbestandes empfohlen. Libellen bevorzugen besonnte Gewässer. Das im Winter 2025 durchgeführte Auslichten, das für viele zu großzügig erschien, war laut den Experten für die Libellen sogar vorteilhaft. Mittlerweile ist die natürliche Sukzession bereits sichtbar.
Totholz und Einzäunung zum Schutz der Arten
Das eingebrachte Totholz dient als wertvolles Strukturelement und bietet Amphibien und Reptilien Versteckmöglichkeiten. Die unteren beiden artenreichen Gewässer wurden bereits eingezäunt, können aber beispielsweise bei Führungen erkundet werden. Das südwestliche Gewässer, das dritte Biotop, wird nicht eingezäunt. Es wird ebenfalls mit einer Folie abgedichtet und steht Wildtieren als Tränke zur Verfügung.
Umsiedlung und Ausbaggerung im Herbst geplant
Im Herbst 2026 werden Larven ins große Biotop umgesiedelt, bevor die Folie im ersten flachen Gewässer erneuert wird. Das zugewachsene südwestliche Gewässer wird ausgebaggert, da es bereits zu stark verwachsen ist, und ebenfalls mit einer Folie versehen. Die Infotafel wird von den Experten überarbeitet und erneuert.
Das behutsame Entfernen von Wasserpflanzen und das Abfischen des mittleren Teiches sind erst für 2027 vorgesehen. Das Projekt wird sowohl finanziell als auch fachlich durch die Österreichische Gesellschaft für Herpetologie (ÖGH) unterstützt und begleitet. Zahlreiche Freiwillige konnten für das Verlegen der Folie und des Vlies gewonnen werden.
Quelle: https://www.moedling.at/Sanierung_der_Biotope_im_Priessnitztal_1
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