Bischof schweißte Skulptur aus NS-Mahnmal-Resten

Bischof Hermann Glettler besuchte am 9. Oktober das Technische Gymnasium Telfs. Dort fertigte er gemeinsam mit Schülern aus Stahlresten der Gedenkstätte „Verlorene Hände“ eine Skulptur, die an NS-Euthanasie-Opfer erinnert.
Im Zuge der Bischofsvisitation des Seelsorgeraums Telfs-Rietz kam Hermann Glettler am 9. Oktober 2026 an das Technische Gymnasium Telfs. Schülervertreter des BRG/BORG Telfs, Direktor Kerber sowie die Maturanten des Technischen Gymnasiums holten den Bischof vor der Mittelschule Telfs ab. Beim Spaziergang zum Wallnöferplatz entwickelten sich erste Gespräche.
Gedenkstätte für zwölf Opfer aus Telfs
Am Wallnöferplatz präsentierten Schüler der Klasse 9T die Gedenkstätte „Verlorene Hände“. Das fächerübergreifende Projekt gedenkt zwölf NS-Euthanasie-Opfern aus Telfs und ruft dazu auf, die Würde aller Menschen zu respektieren und Ausgrenzung zu bekämpfen.
Schweißarbeit in der Werkstatt
Danach führte der Weg in die mechanische Werkstatt des Technischen Gymnasiums. Dort erwarteten DI Anton Mederle, die Klasse 6T und Prof. Waldhart den Bischof mit einem besonderen Vorhaben: Aus den ausgeschnittenen Stahlhänden, die beim Bau des Mahnmals übrig geblieben waren, sollte gemeinsam ein neues Kunstwerk geschaffen werden.
Der Bischof griff unter Anleitung selbst zum Schweißgerät und fügte die Hände zu einer Skulptur zusammen. Das Werk steht für Menschlichkeit, Barmherzigkeit und Hoffnung. Die sichtbaren Wundmale verweisen auf das Leid der NS-Opfer, gleichzeitig symbolisieren die Hände, wie aus Verletzlichkeit Stärke und aus Erinnerung Verantwortung entstehen kann.
Die gemeinsame Schweißarbeit bildete einen Höhepunkt der Visitation. Die fertige Skulptur soll als Geschenk ins Bischofshaus mitgenommen werden – als Symbol dafür, dass Erinnerung bewahrt, Menschlichkeit gestaltet und Hoffnung gefördert werden kann.
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