Blinde Babykatze am Straßenrand gerettet

Mathias FischerMathias Fischer
Getigertes Kätzchen sitzt auf bunter Decke vor weißer Wand
© TierQuarTier Wien

Die Geschäftsführerin des Tierschutzhofs Pfotenhilfe hat am Wochenende ein Katzenbaby am Straßenrand entdeckt. Das Tier war durch Katzenschnupfen bereits erblindet und saß alleine auf der Straße.

Johanna Stadler fuhr am Wochenende von der Arbeit nach Hause, als sie nach wenigen Kilometern ein Katzenbaby am Straßenrand bemerkte. Weder weitere Jungtiere noch die Mutter waren in der Nähe. Bei der Untersuchung stellte die Geschäftsführerin der Pfotenhilfe fest, dass die Augen des Kätzchens durch Katzenschnupfen vollkommen zerstört waren.

„Das arme Baby, das wir Kitty genannt haben, ist leider völlig blind! Es wäre sicher überfahren worden, wenn ich es nicht durch Zufall gesehen hätte“, sagt Stadler. Der Tierarzt habe die Augen gereinigt und medikamentös versorgt, eine Rettung sei jedoch nicht mehr möglich gewesen. Kitty werde für immer blind bleiben. Stadler fragt sich, wer seine Tiere so lange vernachlässige, dass es so weit kommen könne.

Kastrationspflicht wird kaum kontrolliert

Auch über 20 Jahre nach Einführung des Bundestierschutzgesetzes mit Katzenkastrationspflicht würden die Notfälle nicht weniger, weil die Regelung nach wie vor so gut wie nicht kontrolliert werde. „Dieses Jahr ist leider extrem“, so Stadler. Die Pfotenhilfe werde regelrecht mit Kätzchen überhäuft.

Seit dem Frühling habe man so viele Katzenbabys mit dem Fläschchen aufgezogen wie noch nie. Zur Spitzenzeit seien es 22 gleichzeitig gewesen. „Wenn wir das letzte Kätzchen fertig gefüttert hatten, schrie das erste schon wieder nach Nachschub! An Schlaf ist da kaum zu denken“, berichtet die Geschäftsführerin.

Waisenkätzchen nach Vergiftung der Mutter

Besondere Sorgen bereiten Stadler die Waisenkätzchen Uschi, Carlo und Marcello. Ihre Mutter wurde vergiftet und starb, als die drei gerade einmal ein paar Tage alt waren. Das Trio konnte gefunden und zur Pfotenhilfe gebracht werden. Die Kätzchen mussten sofort zum Tierarzt, der sie gegen Durchfall und Schnupfen behandelte.

Der Tierschutzhof beherbergt derzeit auch mehrere Fundkatzen, die kurz vor der Geburt stehen. „Sie dürfen bei uns in Ruhe und Frieden ihre Babys zur Welt bringen, nachdem sie trotz ihrer prekären Lage zuvor ausgesetzt wurden“, erklärt Stadler. Es gebe auch 2026 immer noch Menschen, die ihre Katzen nicht kastrieren lassen und den ungewollten Nachwuchs samt Mutter abgeben würden.

Wenigstens würden diese nicht erschlagen, wie es erschreckenderweise teils immer noch gemacht werde, obwohl darauf bis zu zwei Jahre Gefängnis stehen. Weitere Katzenbabys, deren Mutter überfahren wurde, sowie andere, die kürzlich ausgesetzt im Wald gefunden wurden, seien ebenfalls gerettet und am Tierschutzhof versorgt worden. Viele Kätzchen würden am Straßenrand, auf Feldern, bei Müllinseln oder auf Parkplätzen ausgesetzt.

Auf www.pfotenhilfe.at kann die Arbeit der Pfotenhilfe mit Spenden unterstützt werden.

Quelle: OTS

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