Blockflöte ist weit mehr als ein Kinderinstrument

Mona HopfingerMona Hopfinger
Blockflöten und Notenblätter vor hellem Hintergrund, Hände spielen eine Blockflöte
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Blockflöte wird oft unterschätzt. Dabei handelt es sich um eine vielfältige Instrumentenfamilie mit enormen Ausdrucksmöglichkeiten – von barocker Alter Musik bis zu zeitgenössischen Kompositionen.

Viele Kinder beginnen ihre musikalische Laufbahn mit der Blockflöte. Doch das macht sie keineswegs zu einem bloßen Anfängerinstrument oder Lernwerkzeug. Hinter dem vermeintlich simplen Instrument steckt deutlich mehr, als gemeinhin angenommen wird.

Barbara Brugger, Direktorin des Musikum Tamsweg, bringt ihre Beziehung zum Instrument auf den Punkt: „Ich hab' einfach vergessen, mit dem Blockflötenspiel aufzuhören – weil es so schön war.“ Die Blockflöte habe ihre Schwerpunkte sowohl in der Alten als auch in der Neuen Musik. Brugger betont: „Mich berühren Blockflötenstücke oft stärker als große Orchesterwerke, weil der Klang der Blockflöte so fein und unmittelbar ist. Besonders die Alte Musik und ihre barocken Werke lösen in mir tiefe Gefühle aus.“

Große Instrumentenfamilie mit vielfältigem Charakter

Wer von „der Blockflöte“ spricht, meint eigentlich eine ganze Instrumentenfamilie. Es gibt Blockflöten aus unterschiedlichen Hölzern, in verschiedenen Bauformen, Stimmtonhöhen und Größen: von Sopranino- bis Subbassblockflöten. Dazu kommen Spezialformen wie Mittelalterflöten, G-Altblockflöten, Ganassi- und Consortblockflöten sowie neue Entwicklungen von Paetzold, Helder und anderen.

Die Spielmöglichkeiten sind enorm: hohe Beweglichkeit mit virtuosen Läufen und Verzierungen, feine Klangnuancen, große Nähe zur menschlichen Stimme sowie zahlreiche moderne Spieltechniken. Der Klang spiegelt den Spieler oder die Spielerin sehr unmittelbar wider. Das macht die Blockflöte auch für zeitgenössische Musik interessant.

Für die Blockflöte existiert reichhaltige Literatur – sowohl für Solospiel als auch für kleinere und größere Ensembles. Im mehrstimmigen Zusammenspiel entsteht ein besonderer gemeinsamer Klang.

Einfacher Zugang, kreative Vielfalt

Barbara Brugger beobachtet: „Für viele Kinder beginnt der besondere Genuss am Blockflötenspiel dann, wenn sie alle Töne erlernt haben und sich zunehmend dem musikalischen Ausdruck widmen können.“ Der einfache Anblasmechanismus ohne Rohrblätter wandelt den Luftstrom direkt in Klang um. Gerade die vermeintlich simple Konstruktion mit wenigen Klappen ermöglicht einen kreativen und vielfältigen Umgang mit dem Instrument.

Eine Kollegin aus der Salzburger Fachgruppe beschreibt ihre Begeisterung so: „Auch nach vielen Jahren Blockflötenspiel ist es für mich immer wieder wie Magie – das Instrument spricht mir aus der Seele. Ich empfinde die Blockflöte weniger als ein Instrument, das ich bearbeite oder ein Werkzeug, mit dem ich arbeite – es ist mehr wie ein ‚Medium', das Inneres hörbar macht“.

Leidenschaft, die weitergegeben wird

Peter Martin Lackner, Musiker, Blockflötist und Fachbereichsleiter für Blockflöte am Musikum, erinnert sich: „Seit meiner Kindheit und Jugend hat mich der Klang der verschiedenen Blockflöten fasziniert und die Leidenschaft meiner Lehrer:innen für dieses Instrument hat sich unmittelbar auf mich übertragen.“ Ein Schlüsselerlebnis war für ihn eine Aufnahme des Vivaldi Konzerts in c-Moll mit Frans Brüggen auf der Altblockflöte und dem Concentus Musicus unter Nikolaus Harnoncourt, die ihm sein erster Lehrer Ernst Kölz vorspielte.

„Das möchte ich auch einmal können!“, dachte sich Lackner damals. Heute steht er selbst auf der Bühne und ist Musikpädagoge geworden. So könne er die Leidenschaft für die Blockflöte weitergeben und ein „Botschafter“ für dieses unterschätzte Instrument werden.

Quelle: https://musikum.at/de/veranstaltungen-news/news/622-warum-wir-die-blockflote-und-ihre-musik-lieben

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