BMW Group setzt auf Biomasse und Photovoltaik

Der Automobilhersteller treibt die Transformation seiner Energieversorgung an mehr als 30 Produktionsstandorten weltweit voran. In Dingolfing deckt ein neues Biomasse-Heizwerk die Hälfte des Wärmebedarfs.
Die BMW Group gestaltet ihre Energieversorgung an den weltweiten Produktionsstandorten um. Der Konzern verfolgt dabei einen standortspezifischen Ansatz, der auf lokale Gegebenheiten zugeschnitten ist. Das Unternehmen will damit Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und Klimaschutz verbinden.
Seit 2020 bezieht die BMW Group den gesamten Fremdstrombedarf ihrer Produktionsstandorte aus erneuerbaren Energien. Dies erfolgt durch eigene Erzeugung, langfristige Stromlieferverträge und Herkunftsnachweise. Gleichzeitig reduziert der Konzern den Einsatz fossiler Energieträger, insbesondere Erdgas.
Standortspezifische Lösungen weltweit
An den mehr als 30 Produktionsstandorten kommen unterschiedliche Technologien zum Einsatz. In Mexiko nutzt das Unternehmen Solarenergie, in Leipzig Windenergie und Wasserstoff, in China Geothermie und in Dingolfing Biomasse. Die Auswahl richtet sich nach den technischen, wirtschaftlichen und ökologischen Rahmenbedingungen vor Ort.
Bis 2030 will die BMW Group die CO₂e-Emissionen aus der eigenen Produktion (Scope 1 und 2) gegenüber 2019 um rund 46 Prozent senken – unabhängig vom Produktionsvolumen. Bis 2035 plant der Konzern, entlang der gesamten Wertschöpfungskette mindestens 60 Millionen Tonnen CO₂e einzusparen. Langfristig strebt das Unternehmen Net Zero bis 2050 an.
Biomasse-Heizwerk in Dingolfing
Im BMW Group Werk Dingolfing ist seit 2025 ein neues Biomasse-Heizwerk in Betrieb. Es deckt rund 50 Prozent des Prozess-Heißwasserbedarfs des Werks. Die Anlage liefert jährlich bis zu 100.000 Megawattstunden Wärme aus regionaler Biomasse und BMW Group eigenem Restholz. Dadurch reduzieren sich die CO₂e-Emissionen des Standorts um rund 20.000 Tonnen pro Jahr.
Zusätzlich ist auf mehr als 100.000 Quadratmetern Hallendachfläche eine Photovoltaik-Aufdachanlage mit über 10 Megawatt Peak Leistung installiert. Sie zählt zu den leistungsstärksten Anlagen dieser Art in Deutschland und stellt jährlich mehr als 10 Gigawattstunden regenerativ erzeugten Strom direkt vom Werksdach bereit.
Virtuelle Kraftwerke im Einsatz
Die BMW Group setzt digitale Lösungen ein, um Energieflüsse zu steuern. Virtuelle Kraftwerke verknüpfen Erzeugung, Verbrauch und Speicher und beziehen Daten wie Energiebedarf, Anlagenverfügbarkeit, Wetter und Marktpreise ein. Dies ermöglicht vorausschauende Entscheidungen und soll Kosten sowie CO₂e-Emissionen reduzieren, Netze entlasten und die Versorgungssicherheit erhöhen.
Die Produktionsstandorte entwickeln sich dadurch von reinen Verbrauchern zu aktiven Mitgestaltern des Energiesystems. Das Unternehmen arbeitet dabei mit Kommunen, Stadtwerken, Energiepartnern und Regionen zusammen.
Lieferkette im Fokus
Mehr als 70 Prozent der Wertschöpfung eines Fahrzeugs entstehen in der Lieferkette. Deshalb spielt erneuerbare Energie auch bei Lieferanten und energieintensiven Produktionsschritten eine zentrale Rolle. Die BMW Group will mit ihren eigenen Fortschritten Impulse für Partner, Regionen und weitere Projekte geben.
Quelle: https://www.bmwgroup.com/de/news/allgemein/2026/resilientes-energiemanagement.html
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