Borkenkäfer bedroht Fichtenbestände in Niederösterreich

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Hitze und Trockenheit schwächen die Wälder in Niederösterreich massiv. Besonders Fichten sind durch Borkenkäferbefall gefährdet. Waldbesitzer müssen ihre Bestände jetzt regelmäßig kontrollieren, um eine Massenvermehrung zu verhindern.

Die Trockenheit der vergangenen Wochen und die ungewöhnlich hohen Temperaturen setzen den Wäldern in Niederösterreich stark zu. Laubbäume zeigen vorzeitige Kronenverfärbungen und verlieren ihre Blätter, während Nadelbäume zunehmend vom Borkenkäfer befallen werden. Die geschwächten Bäume können ihre natürlichen Abwehrkräfte gegen Schädlinge kaum noch mobilisieren.

Buchdrucker und Kupferstecher als Hauptbedrohung

Zu den gefährlichsten Schädlingen an Fichten zählen in Österreich zwei Borkenkäferarten: Der Buchdrucker (Ips typographus) befällt mit seinem charakteristischen Stimmgabelgang vor allem größere Bäume mit dicker Borke. Der Kupferstecher (Pityogenes chalcographus) hinterlässt einen sternförmigen Gang in dünnrindigen Bereichen älterer Bäume oder in jüngeren Beständen. Beide Arten legen ihre Brutsysteme im Kambium an, der Wachstumsschicht des Baumes, und können bei Massenbefall zum Absterben führen.

Die anhaltende Hitze begünstigt die Vermehrung dieser Arten erheblich. Die Entwicklungszyklen verkürzen sich drastisch, sodass mehrere Generationen und Geschwisterbruten innerhalb eines Jahres entstehen können.

Ein übersehener Baum kann hunderte weitere befallen

Experten gehen von einer hohen Gefährdungslage aus. Um eine Massenvermehrung zu stoppen, müssen Waldbesitzer ihre Fichtenbestände laufend auf Stehendbefall kontrollieren. Ein einziger nicht entdeckter befallener Baum kann bei heißem und trockenem Wetter zu mehreren hundert Käferbäumen führen. Ein einzelnes Borkenkäferweibchen kann unter günstigen Bedingungen bis zu 100.000 Nachkommen hervorbringen.

Woran man Befall erkennt

Typische Anzeichen für einen Käferbefall sind:

  • Hellbraunes Bohrmehl am Stamm, Stammfuß oder auf der Bodenvegetation
  • Harzaustritt am Stamm
  • Einsetzender Nadelfall (auch grüne Nadeln) und Nadelverfärbungen

Waldbesitzer sollten frisch geschlägertes Fichtenholz umgehend aus dem Wald abtransportieren. Ist ein Abtransport nicht möglich, kann auch die Entrindung als Schadensabwehr dienen.

Bei Fragen stehen die zuständigen Bezirksförster der Forstabteilung der Bezirkshauptmannschaft oder die Bezirksbauernkammern Neunkirchen (050 259 41400) und Wiener Neustadt (050 259 42000) zur Verfügung.

Quelle: https://www.hollenthon.at/Gefahr_durch_Borkenkaefer_Regelmaessige_Kontrollen_notwendig_

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