Borkenkäfer bedroht Wälder im Bezirk Zwettl massiv
Die Bezirksforstinspektion Zwettl warnt vor kritischer Borkenkäfergefahr in den heimischen Wäldern. Trockenheit, Eisbruchschäden und Windwürfe haben die Nadelhölzer stark geschwächt – Waldbesitzer müssen sofort handeln.
Die Borkenkäfersituation im Bezirk Zwettl hat sich dramatisch zugespitzt. Wie die Bezirksforstinspektion mitteilt, herrscht aufgrund der anhaltenden Trockenheit ein hohes Gefährdungspotenzial für eine Massenvermehrung der Schädlinge. Besonders betroffen sind Bestandesränder, die durch Eisbruchschäden vom vergangenen Winter und vereinzelte Windwürfe bei Sommergewittern bereits geschwächt wurden.
In Regionen mit besonders wenig Niederschlägen sind die nesterweisen Befallsherde bereits deutlich sichtbar. Die Behörde fordert daher größtes Augenmerk auf die umgehende Aufarbeitung der Schadhölzer sowie die unverzügliche Holzabfuhr, damit sämtliches Schadholz sofort aus dem Wald entfernt wird.
Sofortmaßnahmen und gesetzliche Pflichten
Befallene Stämme müssen aufgearbeitet werden, bei Bedarf ist eine sogenannte Rändelung durchzuführen – dabei werden unmittelbar angrenzende Stämme entfernt, die sehr wahrscheinlich ebenfalls bereits befallen sind. Die forstgesetzlichen Regelungen zur Meldepflicht von gefahrdrohenden Borkenkäfervermehrungen, Fällungsmeldung und Deckungsschutz sind zu beachten, insbesondere bei größeren Schlagflächen über 0,5 Hektar.
Für Beratung bei Unklarheiten über notwendige Maßnahmen können Waldbesitzer das Fachgebiet Forstwesen der Bezirkshauptmannschaft Zwettl oder den Forstsekretär der Bezirksbauernkammer Zwettl kontaktieren.
Wöchentliche Kontrollen dringend empfohlen
Die Überwachung der Waldbestände erfordert intensive, laufend wiederkehrende Begehungen. Die Bezirksforstinspektion empfiehlt dringend eine zumindest wöchentliche Begehung aller betrieblichen Forstflächen.
Borkenkäferbefall lässt sich an mehreren Anzeichen erkennen: braunes Bohrmehl an Rindenschuppen und am Stammfuß, frischer Harzfluss besonders am Kronenansatz, grüne Nadeln am Boden sowie Verfärbungen der Kronen vom Fahlen zu Rot- und Brauntönen.
Kupferstecher besonders aktiv
Derzeit dominiert der Befall durch die Borkenkäferart Pityogenes chalcographus (Kupferstecher). Aufgrund der Trockenheit sind kaum Anzeichen von Harzfluss und Bohrmehl zu finden, jedoch weisen beginnende Verfärbungen der Kronenspitzen und grüne „Nadelteppiche“ am Boden eindeutig auf aktuellen Befall hin.
Die Bezirksforstinspektion weist ausdrücklich darauf hin, dass besonders trockenheitsgestresste Bäume aktuell mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit vom Borkenkäfer befallen werden – und zwar bevor sie verdürren.
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