Borkenkäfer bedroht Wälder in Hartberg-Fürstenfeld

Hitze und Trockenheit schwächen Fichtenbestände massiv. Die Bezirkshauptmannschaft Hartberg-Fürstenfeld warnt vor rasanter Vermehrung der Schädlinge und fordert Waldbesitzer zu sofortigen Kontrollen auf.
Die anhaltende Hitze und extreme Trockenheit setzen den Fichtenbeständen in der Region zu. Die natürlichen Abwehrkräfte der Bäume sind massiv geschwächt, während Borkenkäfer wie Buchdrucker und Kupferstecher optimale Bedingungen vorfinden und sich rasant vermehren. Um eine unkontrollierbare Massenvermehrung zu verhindern, ist auf jeder einzelnen Waldfläche eine ständige Kontrolle und schnelles Handeln erforderlich.
Das Forstfachreferat Hartberg-Fürstenfeld verweist auf die rechtsgültige Borkenkäfer-Verordnung der Bezirkshauptmannschaft vom 21. April 2026. Diese verpflichtet alle Waldeigentümer gesetzlich dazu, wirksame Vorkehrungen gegen die Ausbreitung des Schädlings zu treffen.
Warnzeichen für Borkenkäferbefall
Waldbesitzer sollen ihre Bestände engmaschig kontrollieren. Da die Kronen befallener Bäume oft noch wochenlang grün bleiben, müssen folgende Warnzeichen beachtet werden:
- Braunes Bohrmehl: Feines, kaffeepulverartiges Mehl sammelt sich am Stammfuß, in Rindenritzen, auf Moos oder auf Spinnennetzen.
- Harztröpfchen: Sichtbare, frische Harztropfen am Stamm deuten auf Einbohrversuche hin.
- Spechtabschläge: Wenn Rindenteile frisch abgeschlagen sind und helles Holz am Stamm herausschaut, ist der Baum oft akut befallen.
- Verfärbung der Krone: Die Nadeln verfärben sich erst fahlgrün, dann gelb und schließlich rot-braun.
- Nadel- und Rindenabfall: Grüne oder rote Nadeln fallen massenhaft ab, die Rinde löst sich großflächig in Platten vom Stamm.
Nachkontrolle bereits aufgearbeiteter Flächen notwendig
Ein weit verbreiteter Irrtum ist laut Forstfachreferat, dass nach einer erfolgten Schadhölzer-Aufarbeitung die Gefahr gebannt ist. Der Borkenkäfer wandert durch den starken Populationsdruck extrem schnell weiter. Eine ständige und engmaschige Kontrolle ist auch auf bereits aufgearbeiteten Flächen zwingend notwendig.
Die verbliebenen, nun frisch freigestellten Randbäume sind durch die veränderten Bedingungen oft besonders gestresst und bilden das nächste Hauptziel für Neubefall. Nur durch kontinuierliche Nachproben lässt sich eine Folgewelle frühzeitig stoppen.
Drei-Schritte-Gebot für Waldbesitzer
Das Forstfachreferat fordert alle Waldbesitzer auf, drei Schritte zu befolgen:
- Rasches Erkennen: Fichtenbestände jetzt im Abstand weniger Tage gründlich kontrollieren – auch dort, wo bereits Holz geschlägert wurde.
- Schnelles Aufarbeiten: Jede befallene Fichte sowie bruttaugliches Material wie Wipfelstücke, Resthölzer oder frischer Windwurf müssen unverzüglich gefällt und aufgearbeitet werden.
- Sofortiger Abtransport: Das Schadholz muss samt Rinde rasch vom Waldstandort entfernt und zu einem geeigneten Lagerplatz außerhalb der Flugdistanz transportiert werden. Alternativ muss eine anerkannte bekämpfungstechnische Behandlung wie vollständiges Entrinden vor dem Ausfliegen der Käfer erfolgen.
Aufruf zur gemeinschaftlichen Aufarbeitung
Die Region ist stark durch kleinstrukturierte Besitzverhältnisse geprägt. Da der Borkenkäfer keine Grundstücksgrenzen kennt, gefährdet ein einziger unentdeckter oder ungepflegter Waldabschnitt alle angrenzenden Nachbargrundstücke. Das Forstfachreferat rät dringend dazu, wo immer möglich, gemeinschaftliche Kontrollen und Aufarbeitungen zu organisieren.
Waldbesitzer sollen sich mit ihren Nachbarn zusammenschließen, die Logistik teilen, den Abtransport koordinieren und sich gegenseitig bei der Waldarbeit unterstützen.
Aufgrund der derzeitigen Situation und der zahlreichen Meldungen sind die Kapazitäten so ausgelastet, dass die Abarbeitung der ausständigen Privatschadensmeldungen erst nach Eintritt der Winterruhe des Borkenkäfers erfolgen kann.
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