Borkenkäfer-Massenvermehrung im Bezirk Zwettl

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Bezirksforstinspektion Zwettl warnt vor einer kritischen Borkenkäfersituation. Trockenheit und Schäden vom Winter haben die Wälder geschwächt, befallene Bäume müssen sofort entfernt werden.

Im Bezirk Zwettl beobachten Forstexperten derzeit eine massive Vermehrung von Borkenkäfern. Die Bezirksforstinspektion Zwettl schlägt Alarm und fordert Waldbesitzer zu raschen Maßnahmen auf.

Die anhaltende Trockenheit hat die Wälder stark geschwächt. Zusätzlich haben Eisbruchschäden aus dem vergangenen Winter und vereinzelte Windwürfe bei Sommergewittern vor allem Bestandesränder in Mitleidenschaft gezogen. Diese Bäume sind besonders anfällig für den Schädlingsbefall.

Hohes Gefährdungspotenzial für Nadelhölzer

Die Kombination aus Vorschäden und Trockenheit führt bei Nadelhölzern zu einem hohen Risiko für eine Massenvermehrung der Käfer. In Regionen mit besonders wenig Niederschlägen sind nesterweise Befallsherde bereits deutlich sichtbar.

Die Forstbehörde betont, dass befallenes Schadholz umgehend aufgearbeitet und aus dem Wald abtransportiert werden muss. Bei erkennbarem Befall ist eine sogenannte Rändelung durchzuführen – dabei werden auch unmittelbar angrenzende Stämme entfernt, die sehr wahrscheinlich bereits befallen sind.

Forstgesetzliche Regelungen beachten

Waldbesitzer müssen die gesetzlichen Vorgaben zur Meldepflicht von gefahrdrohenden Borkenkäfervermehrungen, zur Fällungsmeldung und zum Deckungsschutz einhalten. Dies gilt besonders bei größeren Schlagflächen über 0,5 Hektar, unabhängig von Eigentumsgrenzen.

Für Beratung bei Unklarheiten über notwendige Maßnahmen können sich Betroffene an das Fachgebiet Forstwesen der Bezirkshauptmannschaft Zwettl oder den Forstsekretär der Bezirksbauernkammer Zwettl wenden.

Wöchentliche Kontrollen dringend empfohlen

Die Bezirksforstinspektion empfiehlt dringend, alle betrieblichen Forstflächen mindestens wöchentlich zu begehen und auf Anzeichen von Befall zu kontrollieren.

Erkennbar ist Borkenkäferbefall an braunem Bohrmehl an Rindenschuppen und am Stammfuß. Häufig zeigt sich frischer Harzfluss, besonders am Kronenansatz. Grüne Nadeln am Boden deuten ebenfalls auf Befall hin. Die Kronen verfärben sich zunächst fahl, später in Rot- und Brauntönen.

Derzeit dominiert die Borkenkäferart Pityogenes chalcographus (Kupferstecher). Aufgrund der Trockenheit sind kaum Anzeichen von Harzfluss und Bohrmehl zu finden. Stattdessen weisen Verfärbungen der Kronenspitzen und grüne „Nadelteppiche“ am Boden eindeutig auf aktuellen Befall hin.

Die Forstinspektion warnt ausdrücklich: Besonders trockenheitsgestresste Bäume werden aktuell mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit vom Borkenkäfer befallen – und zwar bevor sie verdürren.

Quelle: https://www.bad-traunstein.at/buergerservice/aktuelles/gemeindenachrichten/nachricht/achtung-borkenkaefergefahr

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