Borouge eröffnet 100-Millionen-Euro-Anlage in Schwechat

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

In Schwechat ist eine neue Kunststoff-Produktionsanlage in Betrieb gegangen. Der Konzern Borouge International investierte rund 100 Millionen Euro in die Compounding-Anlage, in der Polypropylen-Harze veredelt werden, so der ORF.

Am Montag wurde die neue Produktionsstätte offiziell eröffnet. In der Anlage werden Polypropylen-Harze mit recyceltem Propylen und Additiven gemischt und veredelt. Der entstehende Kunststoff dient als Grundlage für verschiedenste Produkte – von Auto-Stoßstangen bis zu Kaffeemaschinen.

Die Planungsphase begann bereits vor dem Zusammenschluss dreier Kunststoffkonzerne, der Bau startete 2023. Im März 2026 wurde die Fusion der OMV-Tochter Borealis, Borouge aus Abu Dhabi und Nova Chemicals aus Kanada abgeschlossen. Daraus entstand Borouge International mit Hauptsitz in Wien.

Der neue Konzern hat einen Wert von etwa 60 Milliarden Dollar (52 Milliarden Euro) und zählt zu den vier größten Produzenten von Polyolefin-Kunststoffen weltweit. Rund 10.000 Menschen sind für das Unternehmen tätig, davon circa 700 in Schwechat im Bezirk Bruck an der Leitha. Die OMV und der Energiekonzern ADNOC halten jeweils 50 Prozent an Borouge International.

Standortbekenntnis und politische Unterstützung

Bei der Eröffnung war auch Roger Kearns, CEO von Borouge, anwesend. Er bekannte sich zur Aufwertung des Standorts: „Wir schlagen hier ein neues Kapitel auf, ein Kapitel, das wir hier in diesem Land, auf diesem Kontinent und weltweit weiter gestalten werden.“

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) hob die Bedeutung für den Wirtschaftsstandort hervor. Nicht nur der Wiener Firmensitz, sondern insbesondere die Produktion in Schwechat sei wichtig. Es zeige, dass trotz hoher Personalkosten in Österreich produziert werde.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) betonte den steigenden Recyclinganteil als wesentlichen Vorteil. Dies sei mit der Landespolitik für Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft sehr gut vereinbar.

Recyclinganteil bis zu 40 Prozent

Der Anteil von recyceltem Material variiert laut Standortleiter Jürgen Artner je nach Auftrag, wird aber zunehmend nachgefragt. Derzeit liegt er bei bis zu 40 Prozent.

Die neue Anlage ist Teil eines Gesamtsystems mit der Innovationszentrale in Linz, wo Details mit Kunden ausgearbeitet werden. Anschließend erfolgen Tests in Schwechat, bevor die Produktion im großen Maßstab läuft. Die Produktionsstätte liegt neben der Raffinerie, die einen Teil der Rohstoffe liefert.

Quelle: https://noe.orf.at/stories/3373025/

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