Bregenz richtet Gestaltungsbeirat neu aus

Die Vorarlberger Landeshauptstadt hat ihren Gestaltungsbeirat umstrukturiert. Das Gremium heißt künftig „Fachbeirat für Stadtgestaltung und Baukultur“ und soll städtebauliche Qualität nachhaltig sichern.
Der Bregenzer Stadtrat hat am Montag die Neuausrichtung des bisherigen Gestaltungsbeirats beschlossen. Das Gremium wird inhaltlich und organisatorisch umgebaut und trägt ab sofort den Namen „Fachbeirat für Stadtgestaltung und Baukultur“. Damit will die Stadt die architektonische, städtebauliche und naturräumliche Qualität dauerhaft stärken.
Frühe Beratung und externe Perspektiven
Die Neuaufstellung geht über eine bloße Umbenennung hinaus. Das Beratungsangebot wird transparenter und stärker auf gemeinsame Projektentwicklung ausgerichtet. Wichtige Qualitäten, Konflikte und grundlegende Fragen sollen möglichst früh erkannt werden. Nicht nur die Stadtplanung, auch Bauwerber und Planende können eine Beratung anstoßen und ihre Vorhaben im fachlichen Austausch weiterentwickeln.
Im Fokus stehen die Einfügung ins Stadtbild, Baumassenwirkung, Erschließung sowie Orts- und Landschaftsbild. Die Ergebnisse werden mit der Stadtplanung und den politisch Verantwortlichen abgestimmt und schriftlich dokumentiert.
Drei fixe Mitglieder, rollierender Wechsel
Künftig besteht der Fachbeirat aus drei fix bestellten Mitgliedern und zwei Ersatzmitgliedern. Mindestens zwei Mitglieder sollen außerhalb Vorarlbergs tätig sein, um eine unabhängige Außensicht zu gewährleisten. Für eine Beratung müssen alle drei Mitglieder anwesend sein. Die Zusammensetzung wird rollierend erneuert, damit Erfahrung erhalten bleibt und gleichzeitig neue Impulse einfließen. Die Beratungen finden in der Regel einmal monatlich statt.
Stadtplanung behält zentrale Rolle
Die Stadtplanung bleibt fachlich und koordinierend federführend. Nicht jedes Projekt wird dem Fachbeirat vorgelegt – er kommt gezielt dort zum Einsatz, wo eine externe Sichtweise oder eine vertiefte städtebauliche Diskussion Mehrwert bringt. Nach einer Überarbeitung prüft die Stadtplanung, ob wesentliche Empfehlungen umgesetzt wurden oder eine weitere Beratung nötig ist.
Der umgestaltete Fachbeirat ist keine zusätzliche Prüfinstanz, sondern ein dialogorientiertes Beratungsinstrument. Er begleitet Projekte frühzeitig, macht Konflikte sichtbar und bietet Bauwerber, Planung, Verwaltung und Politik eine nachvollziehbare Grundlage für die Weiterentwicklung.
„Uns war wichtig, den Fachbeirat organisatorisch neu aufzustellen und gleichzeitig einen Beitrag zur Verwaltungsvereinfachung zu leisten. Dabei war klar: Die Qualität in der Stadtgestaltung soll nicht nur auf dem bisherigen hohen Niveau bleiben, sondern noch weiter gesteigert werden. Ebenso wichtig ist eine klare Definition, welche Projekte dem Fachbeirat vorgelegt werden und wo seine Beratung einen echten Mehrwert bringt“, erklärten Bürgermeister Michael Ritsch und Vizebürgermeister Roland Frühstück im Anschluss an die Sitzung.
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