Brenner: Bis zu 2,5 Millionen Transit-LKW heuer möglich

Bis Ende September fuhren bereits 1,9 Millionen Transit-LKW über den Brenner – 75.000 mehr als im Vorjahr. Die Tiroler SPÖ fordert von Italien, Deutschland und der EU ein Umdenken bei Transitpolitik und Zulaufstrecken zum Brennerbasistunnel.
An der Mautstelle Schönberg auf der A13 wurden bis Ende September knapp 1,9 Millionen Transit-LKW gezählt. Das entspricht einem Plus von 75.000 Fahrzeugen gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte die Marke von 2,5 Millionen Transit-LKW bis Jahresende erreicht werden – ein möglicher Negativrekord.
SPÖ sieht Notwendigkeit für Anti-Transitmaßnahmen bestätigt
Für Christian Kovacevic, Verkehrssprecher der SPÖ im Tiroler Landtag, belegen die Zahlen die Dringlichkeit der Tiroler Maßnahmen gegen den Transit. „Die aktuellen Zahlen am Brenner belegen deutlich, dass die enorme Transitbelastung in unserem Land kein Hirngespinst der Tiroler Politik, sondern leider traurige Realität auf unseren Straßen ist“, so Kovacevic. Er appelliert an Italien, Deutschland und die EU, angesichts des drohenden Rekords ihre bisherige Haltung zu überdenken.
Kovacevic kritisiert, dass die EU offenbar die Interessen der Frächter-Lobby über die Gesundheit der Tiroler Bevölkerung stelle – dies entspreche dem Wunsch Italiens. Zudem blockiere die bayerische Politik aus regionalpolitischen Gründen wichtige Entscheidungen für die Fertigstellung der Zulaufstrecken zum Brennerbasistunnel (BBT).
Forderung nach Mauterhöhung im Brenner-Korridor
Der SPÖ-Verkehrssprecher spricht sich für eine Mauterhöhung für den gesamten Brenner-Korridor aus. „Solange die Brenner-Route der Billige Jakob in Europa ist, werden die Transitzahlen weiter nach oben gehen“, argumentiert Kovacevic für eine faire Korridormaut.
Die SPÖ werde trotz EU-Klagen weiter an der Seite der Bevölkerung gegen die Transitbelastung kämpfen. „Das beweisen wir als SPÖ im Tiroler Landtag – und genauso im Bereich des Brennerbasistunnels und dem weiteren Ausbau der Zulaufstrecken im Tiroler Unterinntal, wo wir gemeinsam mit Landesrat Zumtobel auf das Einhalten von Vereinbarungen und die schnellstmögliche Umsetzung pochen“, erklärt Kovacevic. Er nimmt dabei auch Bezug auf die FPÖ, deren Haltung er als „doppeltes Spiel der Salvini-Freunde“ bezeichnet. Die Gesundheitsbelastung der Bevölkerung werde die SPÖ niemals akzeptieren.
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