Brutaler Überfall auf 88-Jährige in Langenzersdorf geklärt

Mathias FischerMathias Fischer
Polizeiauto mit Blaulicht fährt nachts über einen nassen Zebrastreifen in Österreich.
© Maurice Shourot

Nach einem brutalen Überfall auf eine 88-Jährige in Langenzersdorf (Bezirk Korneuburg) im Dezember 2025 konnten zwei Verdächtige ausgeforscht werden. Ein 18-Jähriger wurde bereits im April festgenommen, sein mutmaßlicher Komplize Anfang Juli in Bosnien.

Am 18. Dezember 2025 gegen 9.00 Uhr drangen zwei Männer unter dem Vorwand, Installateurarbeiten durchführen zu müssen, in das Wohnhaus einer 88-jährigen Frau in Langenzersdorf ein. Wie die Polizei mitteilte, sollen die beiden Täter die Seniorin unmittelbar nach dem Betreten des Hauses ohne Vorwarnung attackiert und zu Boden geworfen haben.

Die Frau soll anschließend mit Bettlaken und Kleidungsstücken gefesselt worden sein. Während einer der Täter das Opfer unter ständigen körperlichen Misshandlungen bewacht haben soll, durchsuchte der zweite mutmaßlich das Haus nach Wertgegenständen. Entwendet wurde laut Polizei ein geringer Bargeldbetrag.

Um eine rasche Alarmierung zu verhindern, nahmen die Täter das Mobiltelefon der Frau an sich und trennten das Festnetztelefon von der Stromversorgung. Danach flüchteten sie und ließen die gefesselte und schwer verletzte Seniorin zurück. Die Frau konnte sich kurze Zeit später selbst befreien und einen Nachbarn verständigen, der die Polizei alarmierte. Eine sofort eingeleitete Fahndung blieb erfolglos.

DNA-Spur führte zu erstem Verdächtigen

Die Ermittlungen übernahm die Raub- und Tatortgruppe des Landeskriminalamtes Niederösterreich. Im Zuge der Untersuchungen geriet ein zur Tatzeit 18-jähriger serbischer Staatsbürger unter Verdacht. Er wurde am 8. April 2026 in Wien bei einem versuchten Überfall auf frischer Tat von Beamten der Landeskriminalämter Burgenland und Wien festgenommen. Der Mann soll Teil einer fünfköpfigen Tätergruppe gewesen sein.

Ein DNA-Abgleich brachte eine Verbindung zur Tat in Langenzersdorf. Bei der Vernehmung in der Justizanstalt Wien Josefstadt zeigte sich der Beschuldigte laut Polizei umfassend geständig, machte aber nur vage Angaben zu seinem Mittäter.

Zweiter Verdächtiger in Bosnien gefasst

Durch umfangreiche Ermittlungen in Serbien unter Koordinierung des Verbindungsbeamtenbüros Belgrad konnten wichtige Hinweise auf den zweiten Täter gewonnen werden. Der 18-Jährige identifizierte seinen mutmaßlichen Komplizen schließlich als einen zur Tatzeit 51-jährigen serbischen Staatsbürger.

Die Staatsanwaltschaft Wien erließ einen europäischen Haftbefehl gegen den Mann. Am 3. Juli 2026 wurde er von Polizisten in Bosnien festgenommen. Er befindet sich derzeit in Auslieferungshaft.

Opfer monatelang in Behandlung

Die 88-Jährige erlitt durch die brutale Vorgehensweise mehrere Hämatome am ganzen Körper und im Gesicht sowie Verletzungen im Bereich des Rückens und der Wirbelsäule. Sie musste insgesamt 16 Tage in zwei Krankenhäusern stationär behandelt werden.

Nach der Entlassung wurde die Frau zunächst in einer Pflege- und Betreuungseinrichtung aufgenommen, da sie den Alltag nicht mehr selbstständig bewältigen konnte. Mittlerweile ist sie wieder in ihr Einfamilienhaus zurückgekehrt, wo sie durch regelmäßige Tagesbetreuung versorgt wird.

Es gilt die Unschuldsvermutung.

Quelle: https://www.polizei.gv.at/noe/presse/aussendungen/presse2901.html?prid=504f4e696445746b5733343d&pro=0

Worüber spricht Korneuburg morgen?

Bald verfügbar: Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.

Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

austria.com auf Google bevorzugen.