Bürgermeister von Leobersdorf tritt zurück

Mathias FischerMathias Fischer
Gewerbepark-Plan mit Rücktritt, Geld und Richterhammer auf Holztisch
© Mit KI (Gemini) generiert

Andreas Ramharter hat sein Amt als Bürgermeister der niederösterreichischen Marktgemeinde Leobersdorf niedergelegt. Der Politiker der Liste Zukunft Leobersdorf begründet den Schritt mit familiären Gründen.

Der Bürgermeister von Leobersdorf im Bezirk Baden, Andreas Ramharter (Liste Zukunft Leobersdorf), hat sein Amt niedergelegt. Wie die Marktgemeinde am Freitag mitteilte, will er sich künftig mehr seiner Familie widmen. Offiziell ist Ramharter seit Mittwoch nicht mehr im Amt. Die Funktion hatte er seit 2012 inne.

Kritik wegen Umwidmungen

Der ehemalige Ortschef war in der Vergangenheit mehrfach wegen umstrittener Umwidmungen in die Kritik geraten. Besonders für Aufsehen sorgte ein Projekt auf dem Gelände des zweitgrößten ehemaligen Frauen-Konzentrationslagers in Österreich in Leobersdorf. Dort soll ein Gewerbepark mit Supermarkt und Kühllogistikzentrum entstehen.

Die Pläne wurden Ende 2024 öffentlich bekannt. Laut früheren Medienberichten soll Ramharters Immobilienfirma Grundstücke um 15,25 Millionen Euro verkauft haben. Durch Umwidmungen soll sie zusätzlich 1,34 Millionen Euro erhalten haben. Die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) übte daraufhin Kritik am Bürgermeister. Ramharter verteidigte das Vorgehen, äußerte sich jedoch nicht zu den Kaufpreisen. Eine Befangenheit sah er nicht.

ÖVP beendete Zusammenarbeit

Wegen einer weiteren geplanten Umwidmung hatte die ÖVP zuletzt ihre Zusammenarbeit mit Rahmharters Bürgerliste und der FPÖ beendet. Die ÖVP hält ein Mandat im Gemeinderat, Rahmharters Liste Zukunft Leobersdorf verfügt über 11 Abgeordnete, die FPÖ über 3. Durch das Ende der Kooperation verlor das Bündnis die Mehrheit im 29 Sitze umfassenden Gemeinderat.

Die Wahl eines neuen Bürgermeisters ist für eine Gemeinderatssitzung am kommenden Donnerstag geplant.

Quelle: APA

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