Bund und Länder beraten über Trinkwasserversorgung
Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) hat am Mittwoch in Wien Vertreter der Bundesländer zum Trinkwassergipfel 2026 empfangen. Im Zentrum stand die Absicherung der Wasserversorgung angesichts zunehmender Trockenheit.
Am Trinkwassergipfel 2026 in Wien nahmen neben Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) auch Salzburgs Landesrat Maximilian Aigner und Tirols Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler teil. Gemeinsam mit Vertretern der Bundesländer und Experten des Umweltministeriums diskutierten sie Maßnahmen für eine langfristige und sichere Trinkwasserversorgung.
Zweittrockenste erste Jahreshälfte seit Messbeginn
Die Wasserwirtschaft steht vor großen Herausforderungen: Anhaltende Trockenheit, regional niedrige Grundwasserstände und längere Hitzeperioden machen Vorsorge beim Trinkwasser notwendig. Das erste Halbjahr 2026 war das zweittrockenste seit Beginn der Messungen. In Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg herrschte sogar die größte Trockenheit, die jemals gemessen wurde.
Ein gemeinsames Maßnahmenpaket von Bund und Ländern soll die Versorgung langfristig sicherstellen.
Salzburg setzt auf regionale Strukturen
Landesrat Aigner bezeichnete Trinkwasserversorgung als „Daseinsvorsorge und eine Gemeinschaftsaufgabe“. Salzburg verfüge über 649 eigenständige Wasserversorger und sei damit stark und regional gut aufgestellt. Um auch in Zeiten von Trockenheit und Klimawandel gerüstet zu sein, setze man auf Vorsorge, Bewusstseinsbildung und verlässliche Daten.
Moderne Prognoseinstrumente wie das Trockenheitstool und regelmäßige Langzeitprognosen würden den Wasserversorgern helfen, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig zu handeln, so Aigner.
Totschnig: Investitionen in moderne Infrastruktur
Umweltminister Totschnig betonte, Österreich verfüge über eine flächendeckende, sichere und qualitativ hochwertige Trinkwasserversorgung. Damit das auch in Zukunft so bleibe, arbeiten Bund, Länder, Gemeinden und Wasserversorger eng zusammen. Mit dem Trinkwassersicherungsplan habe man einen gemeinsamen strategischen Rahmen geschaffen.
Man investiere konsequent in eine moderne Wasserinfrastruktur, verbessere die Datengrundlagen, stärke die Wasserresilienz und fördere einen sorgsamen Umgang mit Wasser, erklärte Totschnig.
Wasserentnahmeregister und Klimastudie
Um die Trinkwasserversorgung langfristig abzusichern, setzt der Bund gemeinsam mit den Bundesländern auf ein umfassendes Maßnahmenpaket. Die wissenschaftliche Grundlage liefert die laufende Studie „Wasser im Klimawandel“, die die Auswirkungen des Klimawandels auf den österreichischen Wasserhaushalt untersucht. Die Erkenntnisse fließen in den Trinkwassersicherungsplan, den Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplan und die Nationale Wasserstrategie ein.
Mit dem österreichweiten Wasserentnahmeregister werden künftig wasserwirtschaftlich relevante Wasserentnahmen digital erfasst. Dadurch können regionale Entwicklungen frühzeitig erkannt und Wasserressourcen gezielter bewirtschaftet werden.
250 Millionen Euro bis 2028
Das Umweltministerium stellt bis 2028 insgesamt 250 Millionen Euro für die Siedlungswasserwirtschaft und Investitionen in eine klimafitte Trinkwasserinfrastruktur bereit. Laut Regierungsprogramm soll diese Finanzierung auch im Rahmen der nächsten Finanzausgleichsverhandlungen über 2028 hinaus abgesichert werden.
Bewusstseinsbildung bereits in Schulen
Sowohl der Bund als auch das Land Salzburg setzen beim Wasser auf Bewusstseinsbildung. Über die Plattformen des Bundes gen blue, Wasseraktiv und die aktuelle Wasserspar-Kampagne wird zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Trinkwasser aufgerufen. In Salzburg werden bereits die Kleinsten für einen sorgsamen Umgang mit Wasser sensibilisiert – etwa mit der Aktion TrinkWasser!Schule.
„Damit schaffen wir schon früh Bewusstsein dafür, welchen Wert sauberes Trinkwasser hat und warum jeder Einzelne einen Beitrag zum verantwortungsvollen Umgang mit Wasser leisten kann“, sagte Landesrat Aigner.
Quelle: https://www.bruck-grossglockner.at/Trinkwassergipfel_in_Wien_zu_langfristiger_sicherer_Versorgung
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