Bundesforste vernässen Hochmoor im Nationalpark neu

Mathias FischerMathias Fischer
Kleiner Bagger im Wald auf einer Lichtung mit Bergpanorama und Nadelbäumen.
© oebf

Die Österreichischen Bundesforste haben das Feichtau-Moor im Nationalpark Kalkalpen revitalisiert. Mit Spundwänden aus Lärchenholz wurden Entwässerungsgräben verschlossen, um den seltenen Lebensraum wiederherzustellen.

Auf rund 1.350 Metern Seehöhe liegt im Nationalpark Kalkalpen das Feichtau-Moor – ein etwa 0,5 Hektar großes Hoch- und Übergangsmoor. Die Österreichischen Bundesforste haben dort in Zusammenarbeit mit dem Nationalpark gezielte Wiedervernässungsmaßnahmen durchgeführt. Hochmoore sind in dem Schutzgebiet selten, da das durchlässige Karstgebiet und die steilen Hänge das Wasser rasch abfließen lassen und die Torfbildung erschweren.

Beweidung und Entwässerung hatten das Moor in der Vergangenheit stark geschädigt. Die Bundesforste lokalisierten die bestehenden Entwässerungsgräben und verschlossen diese mit rund 140 Laufmetern Spundwänden aus Lärchenholz. Dadurch soll das Wasser künftig wieder im Moor gehalten werden. Die Wasserstände werden mittels Pegelmessungen vor und nach Abschluss des Projekts kontrolliert.

Lebensraum für spezialisierte Arten

Die Renaturierung zielt darauf ab, den seltenen Lebensraum Hochmoor wiederherzustellen und das Torfmoos zu revitalisieren. Im Mittelpunkt steht die Verbesserung der Lebensbedingungen für hochspezialisierte Tier- und Pflanzenarten. Zu den Profiteuren zählen Insekten, Amphibien, Reptilien und Vogelarten sowie die charakteristische Moorvegetation.

Moore bedecken weltweit lediglich rund drei Prozent der Landfläche, speichern aber mehr Kohlenstoff als alle Wälder der Erde zusammen. Sie wirken als natürliche Wasserspeicher, die Starkregenereignisse und Trockenperioden abmildern können. Gleichzeitig bieten sie zahlreichen gefährdeten und auf der Roten Liste geführten Arten einen unverzichtbaren Rückzugsraum.

Finanzierung durch Umfrage-Teilnehmer

Die Statistik Austria ermöglicht ihren Umfrage-Teilnehmern, Naturschutzmaßnahmen auf Flächen der Bundesforste zu unterstützen. Als Dankeschön für die Teilnahme an Umfragen erhalten die Befragten einen Gutschein. Den Gutscheinwert können sie einem Naturschutzprojekt widmen. Die daraus generierten Mittel fließen unter anderem direkt in Moorschutzprojekte in der Steiermark, Oberösterreich, Salzburg und Tirol.

„Die Umsetzung einer Moor-Revitalisierung in einem Nationalpark ist eine besondere Herausforderung, da hier noch viel mehr als anderswo auf die beteiligten Stakeholder und vor allem auf die im Gebiet vorkommenden Schutzgüter - abseits der Moore - Rücksicht genommen werden muss“, betont Projektleiter Xaver Wimmer, Regionales Naturraummanagement bei den Österreichischen Bundesforsten.

Die Österreichischen Bundesforste betreuen österreichweit mehr als 2.000 Hektar Moorflächen und haben bereits mehr als 50 Moorschutzprojekte erfolgreich umgesetzt.

Alpenwiese mit Nadelwald und bewölkten Bergen im Hintergrund
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Quelle: https://www.bundesforste.at/newsroom/presse/pressedetail/news/bundesforste-revitalisieren-wertvolle-moorlandschaft-im-nationalpark-kalkalpen.html

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