Bundesheer digitalisiert Stellungsverfahren in Kärnten

Das österreichische Bundesheer ermöglicht Stellungspflichtigen erstmals, Daten und Dokumente digital über die Plattform „bundesheeronline“ zu übermitteln. Das Pilotprojekt startete Anfang Juni in Kärnten, so der ORF.
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) präsentierte das neue digitale Angebot am Donnerstag in Klagenfurt. Die medizinischen und psychologischen Untersuchungen während der eineinhalbtägigen Stellung bleiben weiterhin das zentrale Element. Neu ist jedoch die Möglichkeit, vorab freiwillig verschiedene Unterlagen, Daten und medizinische Befunde digital einzureichen.
„Die jungen Menschen wollen nicht mehr Zettelwirtschaft haben, sondern wollen die Möglichkeit haben, alles auf ihrem privaten Device auch machen zu können“, erklärte Tanner. Das Bundesheer wolle sich modern präsentieren und zeigen, dass der Grundwehrdienst nicht mehr so sei wie früher.
Registrierung mit ID Austria
Stellungspflichtige können sich mit ihrer ID Austria-Signatur auf der Plattform registrieren. Anschließend erhalten sie sämtliche Informationen und Unterlagen – vom Bahngutschein bis zu weiteren Dokumenten – direkt aufs Smartphone. Ein sogenanntes Talentetool ermöglicht die Eingabe persönlicher Interessen und Kenntnisse.
Ziel sei es, die Zeit beim Heer sinnvoll zu gestalten und Stellungspflichtige dort einzusetzen, wofür sie geeignet sind und was sie machen wollen, so die Verteidigungsministerin. Zusätzlich können Wunschtermin und Ort für die Einberufung angegeben werden. Mit entsprechenden Bestätigungen von Schule oder Arbeitgeber lässt sich der Stellungstermin auch verschieben.
Schrittweise Ausweitung geplant
Das Projekt ist seit 1. Juni in Kärnten im Einsatz. Digitalisierungs-Staatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) bezeichnete die Stellungskommission Kärnten als Vorreiter. In den kommenden Monaten soll das Angebot schrittweise auf alle Stellungskommissionen ausgeweitet werden.
Pröll verglich die erwartete Akzeptanz mit der Entwicklung beim Telebanking und zeigte sich optimistisch. Bisher hätten bereits 2.200 Stellungspflichtige das digitale Angebot genutzt. Künftig sollen auch Wunschtermin und -ort für die Einberufung digital eingegeben werden können. Trotz der sensiblen medizinischen Daten werde der Datenschutz vollständig gewährleistet, wurde betont.
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