Bundesheer übt Ernstfall in Buckliger Welt

RedaktionRedaktion

In der Buckligen Welt läuft bis zum Wochenende eine Großübung der Theresianischen Militärakademie und der 6. Gebirgsbrigade. Rund 1.600 Soldatinnen und Soldaten aus Österreich, Italien und der Schweiz trainieren dabei den militärischen Ernstfall.

Die Theresianische Militärakademie und die 6. Gebirgsbrigade führen derzeit eine umfangreiche Militärübung in der Buckligen Welt durch. Bis zum Wochenende wird der Ernstfall trainiert. Neben österreichischen Einheiten sind auch Truppen aus Italien und der Schweiz beteiligt.

In Schwarzenbach kamen am Montag unter anderem Spezialfahrzeuge zum Einsatz, die für gebirgiges Terrain konzipiert sind. Das Übungsszenario sah vor, dass Absolventinnen und Absolventen der Militärakademie den Ort erobern sollten. Die Verteidigung übernahmen italienische Gebirgsjäger.

Ausbildung von Offiziersanwärtern im Mittelpunkt

Laut Militärakademie werden bei der Übung Angriffs- und Verteidigungsszenarien trainiert. Die praktische Anwendung im Gelände sei ein zentraler Teil der Offiziersausbildung, da theoretisches Wissen aus dem Lehrsaal dabei in die Praxis umgesetzt werden könne. Gleichzeitig findet eine simulationsgestützte Übung für den Brigadestab statt.

Insgesamt nehmen rund 1.600 Soldatinnen und Soldaten an der Übung teil. Neben österreichischen Truppenteilen sind 25 Soldaten des italienischen Heeres und 24 angehende Berufsoffiziere der Schweizer Armee dabei. Auch Offiziersanwärter aus Bosnien und Herzegowina sowie Montenegro sind beteiligt. Zum Einsatz kommen etwa 250 Räderfahrzeuge, mehrere gepanzerte Fahrzeuge, zwei Hubschrauber und ein Flächenflugzeug.

Internationale Kooperation als Tradition

Großübungen mit internationaler Beteiligung haben für die Militärakademie Tradition. Die Zusammenarbeit ermögliche den Vergleich mit anderen Streitkräften, hieß es gegenüber noe.ORF.at. Besonders aus Fehlern könne in einem solchen Umfeld besser gelernt werden.

Diskussion über Wehrdienstverlängerung

Im Rahmen der Übung wurde auch die Debatte über eine mögliche Verlängerung des Grundwehrdienstes thematisiert. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) hatte sich zuletzt zuversichtlich gezeigt, dass es noch vor dem Sommer zu einer Einigung bei der Reform von Wehr- und Zivildienst komme.

Mit der derzeitigen Ausbildungsdauer könne Soldaten vor allem vermittelt werden, wie sie als Einzelne am Gefechtsfeld bestehen könnten, hieß es gegenüber noe.ORF.at. Für gemeinsames Üben in größeren Verbänden fehle jedoch die Zeit.

Gerade solche Übungen seien deshalb ein Bereich, der bei einer Verlängerung des Grundwehrdienstes eine größere Rolle spielen könnte. Es gehe dabei um gemeinsames Vorgehen im Gelände, um Abstimmung zwischen Einheiten und um das Training unter möglichst realistischen Bedingungen.

Übung auch in Wohngebieten spürbar

Für die Bevölkerung kann die Übung auch abseits der eigentlichen Übungsorte spürbar sein. In mehreren Gemeinden der Buckligen Welt werde teils bis in die Nähe von Wohngebieten und Vorgärten geübt.

Quelle: https://noe.orf.at/stories/3359598/

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