Bundesländer einigen sich auf gemeinsame Bodenstrategie

Pia ProdingerPia Prodinger
Österreich-Deklaration: Landeshauptleute unterzeichnen Boden-Schutz-Vereinbarung in Wien
© Land Oberösterreich

Bei einer Raumordnungskonferenz in Linz haben die Bundesländer die „Österreich Deklaration“ unterzeichnet. Bodenschutz und wirtschaftliche Entwicklung sollen künftig gleichwertig behandelt werden.

In Linz haben sich die Raumordnungsreferenten der Bundesländer sowie Vertreter von Städten und Gemeinden auf eine gemeinsame Bodenstrategie verständigt. Im Beisein von Bundesminister Norbert Toschnig wurde die „Österreich Deklaration“ unterzeichnet, die einen verantwortungsvollen und zukunftsorientierten Umgang mit der Ressource Boden festschreibt.

Kärntens Landeshauptmannstellvertreter Martin Gruber betonte, dass sorgsamer Umgang mit Boden und wirtschaftliche Entwicklung zusammengehören müssten. „Mit dem heutigen Schulterschluss wollen wir als Bundesländer klarstellen, dass ein sorgsamer Umgang mit der Ressource Boden und das Ermöglichen von wirtschaftlicher Entwicklung zusammengehören“, erklärte der Raumordnungsreferent.

Bodenschutz und Wirtschaft gleichwertig

Die Deklaration trägt den Grundsatz „Boden schützen & Zukunft ermöglichen“. Bund, Länder und Gemeinden bekennen sich darin, Bodenschutz, wirtschaftliche Entwicklung, Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit, Wohlstand und Lebensqualität gemeinsam zu denken und ausgewogen zu berücksichtigen.

Ein gemeinsames Monitoring im Rahmen der ÖROK soll künftig als Grundlage für faktenbasierte Raumordnungspolitik dienen und zu einer österreichweit einheitlichen Datengrundlage führen. Gruber verwies darauf, dass bislang viele falsche Zahlen und Begriffe kursierten. Begriffe wie Bodenversiegelung, Bodeninanspruchnahme oder Widmungsfläche sollen nicht mehr synonym verwendet, sondern klar abgegrenzt werden.

Kärnten unter Österreich-Schnitt bei Versiegelung

Mehrere Bundesländer liegen bei der Neuversieglung unter dem Österreich-Schnitt, darunter auch Kärnten, wo nur 2,4 Prozent der Landesfläche versiegelt sind. Gruber plädierte dafür, regionale Unterschiede anzuerkennen, anstatt pauschale Vorgaben zu machen. Eine bundesweite Obergrenze sehe man weiterhin kritisch.

„Wir müssen vielmehr darauf achten, dass in der Raumordnung regionale Besonderheiten maßgeblich sind und nicht von oben verordnete Vorgaben“, sagte Gruber. Vor Ort wisse man am besten, was zu schützen sei und wo Entwicklung stattfinden solle. Es sei positiv, dass auch der Bund zum Schulterschluss stehe.

Regionale Perspektive auf Kärntens Initiative

Auf Initiative Kärntens wurde in die Deklaration aufgenommen, dass bei der Umsetzung von Maßnahmen der Österreichischen Bodenstrategie künftig geographische, raumordnungsfachliche und standortpolitische Besonderheiten sowie bereits erreichte Fortschritte auf Bundesländerebene berücksichtigt werden.

Weitere Ziele der Deklaration sind die Stärkung lebendiger Orts- und Stadtzentren, die Nutzung bestehender Siedlungsstrukturen sowie flächensparende Siedlungsentwicklung. Auch die Anforderungen einer leistungsfähigen Infrastruktur, die Erfordernisse der Energiewende, regionale Wertschöpfung und die Sicherung wertvoller agrarischer Böden für die Versorgungssicherheit wurden festgeschrieben.

Das Treffen in Linz war das zweite gesamtösterreichische Treffen aller für Raumordnung zuständigen Verantwortungsträger. Das erste hatte 2024 stattgefunden.

Quelle: https://ktnvp.at/2026/06/29/schulterschluss-der-bundeslaender-bei-bodenstrategie

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