Bundesliga startet ohne Punkteteilung in neue Saison

Pia ProdingerPia Prodinger
Fußbälle der österreichischen Bundesliga liegen auf grünem Rasen
© Fabian Weirather, Vanessa Metzinger, Heiko Mandl

Die ADMIRAL Bundesliga beginnt mit wichtigen Neuerungen: Die Punkteteilung nach dem Grunddurchgang entfällt, Österreich hat nur noch vier internationale Startplätze und neue Regeln gegen Zeitspiel treten in Kraft.

Die neue Spielzeit der ADMIRAL Bundesliga steht unmittelbar bevor. Der Spielmodus bleibt zwar grundsätzlich erhalten, doch eine wesentliche Änderung gibt es: Die Punkteteilung nach dem Grunddurchgang wurde gestrichen. Zudem endet die Winterpause heuer früher – bereits am 23. Jänner wird wieder gespielt.

International stehen Österreich in Liga und Cup künftig insgesamt vier Startplätze zur Verfügung. Der Meister beginnt in der Saison 2027/28 in der zweiten Qualifikationsrunde zur UEFA Champions League, der Vizemeister sowie der Sieger des Europacup-Play-offs jeweils in der zweiten Qualifikationsrunde zur UEFA Conference League. Der Cup-Sieger startet in der ersten Qualifikationsrunde zur UEFA Europa League – hat er sich bereits über die Meisterschaft einen besseren Startplatz gesichert, geht der Cup-Platz an die Liga.

Verschärfte Maßnahmen gegen Zeitspiel wurden ebenfalls eingeführt. Bei zu langer Dauer von Abstoß oder Einwurf erfolgt zunächst ein Countdown, danach folgen Sanktionen wie ein Eckball oder der Wechsel des Einwurfrechts. Ausgewechselte Spieler müssen das Feld innerhalb von zehn Sekunden verlassen, andernfalls darf der Einwechselspieler erst eine Minute nach Spielfortsetzung aufs Feld. Bei Verletzungen ist das Verlassen des Feldes verpflichtend, die Rückkehr ist frühestens nach einer Minute möglich. Ziel ist mehr effektive Spielzeit und ein flüssigerer Spielablauf.

LASK als amtierender Double-Gewinner unter Druck

Der LASK geht als amtierender Double-Gewinner in die Saison – eine neue Rolle für die Linzer. Trainer Dietmar Kühbauer bleibt dem Klub erhalten, der Kader wurde nur punktuell verändert. Mit Keba Cisse wechselte ein Abwehrspieler zu Aston Villa, Sasa Kalajdzic kehrte nach Ende seiner Leihe zu Wolverhampton zurück. Verstärkt wurden Mittelfeld und Abwehr durch Alessandro Schöpf, Robert Ljubicic, Miguel Freckleton und Manoel Verhaeghe.

Die Herausforderung wird sein, Europacup und Liga parallel zu bewältigen – der Kader ist speziell im Sturm dünn besetzt, zumal Neuzugang Ramiz Harakate verletzungsbedingt langfristig ausfällt. International startet der LASK in den Play-offs zur UEFA Champions League, im Cup gab es ein 7:0 gegen Kalsdorf.

SK Sturm nach Vizemeisterschaft mit Bundesliga-Erfahrung verstärkt

Nach zwei Meistertiteln in Serie reichte es für SK Sturm zuletzt nur zur Vizemeisterschaft. Die Grazer setzten bei den Neuzugängen auf Bundesliga-Erfahrung, etwa mit Simon Seidl und Jürgen Heil, dazu kam mit Nelson Weiper (Leihe von Mainz 05) ein neuer Mittelstürmer. Mit Emir Karic, Dimitri Lavalee und Stefan Hierländer (Karriereende) verließen mehrere langjährige Spieler das Team von Trainer Fabio Ingolitsch.

International setzte sich Sturm in der zweiten UEFA Champions League-Qualifikationsrunde mit einem Gesamtscore von 6:0 gegen Heart of Midlothian durch, im Cup gab es ein 3:0 gegen Seekirchen.

FK Austria Wien mit bewegtem Transfersommer

Für die Austria Wien war es transfertechnisch ein bewegter Sommer. Mit Abubakr Barry, der zu den Roten Bullen wechselte, sowie Ifeanyi Ndukwe (Liverpool) und Konstantin Aleksa (Hoffenheim) verzeichnete der Klub drei prominente Abgänge. Trainer Stephan Helm geht bereits in seine dritte Saison bei den Violetten. Im Cup setzte sich die Austria in Runde eins mit 5:0 gegen den Wiener Sport-Club durch, international kam man in Qualifikationsrunde zwei zur UEFA Conference League gegen Liepaja weiter.

SK Rapid mit offensiverer Spielidee

Trainer Johannes Hoff Thorup, seit dem Frühjahr im Amt, verordnete SK Rapid in der Vorbereitung eine neue Spielidee mit deutlich offensiverem Zugang, ohne den Kader grundlegend umzukrempeln. Der dänische Neuzugang Tonni Adamsen soll für mehr Durchschlagskraft im Angriff sorgen, mit Andreas Weimann verließ ein langjähriger Führungsspieler den Verein ablösefrei.

International setzte sich Rapid in der zweiten Quali-Runde zur UEFA Conference League mit dem Gesamtscore von 9:3 gegen Santa Coloma durch, im Cup reichte gegen Wienerberg ein 3:0.

TSV Hartberg mit neuem Trainer und Umbruch

In der Oststeiermark hat sich nach dem Abschied von Manfred Schmid einiges verändert. Mit Markus Schopp kehrte ein alter Bekannter zurück an die Seitenlinie, der nun auch als Technischer Direktor fungiert. Kapitän Jürgen Heil wechselte zu Vizemeister SK Sturm, auch Torjäger Elias Havel und Tom Ritzy Hülsmann verließen den Verein Richtung Ausland.

Als Ersatz im Tor kommt mit Armin Pecsi ein Liverpool-Leihspieler, im Angriff soll unter anderem Neuzugang Angelo Gattermayer die fehlenden Tore kompensieren. Außerdem läuft Oliver Lukic diese Saison leihweise für die Steirer auf.

WSG Tirol nach Umbruch im Aufbau

Bei der WSG Tirol ist der Umbruch nach dem Abgang zahlreicher Leistungsträger noch in vollem Gange. Mit Kapitän und Topscorer Valentino Müller sowie mehreren weiteren Stammspielern der Vorsaison verließ praktisch eine ganze Startelf den Klub. Als neue Nummer eins im Tor kam unter anderem mit Salko Hamzic ein Talent aus der Red Bull Akademie.

Trainer Philipp Semlic bleibt den Tirolern erhalten und geht bereits in seine dritte gemeinsame Saison. Sportlich bleibt vor allem der Klassenerhalt das erklärte Ziel. Im Cup setzte sich die WSG in Runde eins deutlich mit 6:0 gegen Wieselburg durch.

SCR Altach will in die Top sechs

Nach Jahren im Abstiegskampf konnte der SCR Altach zuletzt aufatmen: Tabellenplatz neun in der Liga und der Einzug ins Cup-Finale bedeuteten die bislang beste Saison der jüngeren Vergangenheit. Trainer Ognjen Zaric, im Winter gekommen und seither erfolgreich, geht nun in sein erstes volles Jahr an der Seitenlinie und soll den Vorarlbergern erstmals den Sprung in die Top sechs ermöglichen.

Personell blieb der Kader weitgehend zusammen, größter Abgang war Mohamed Ouedraogo, der nach Lyon wechselte. Neu kamen unter anderem Marko Raguz und Niklas Niehoff. Fragezeichen bleiben vor allem im Sturm. Im Cup setzte sich Altach hauchdünn mit 1:0 gegen Leobendorf durch.

SV Ried mit prominenten Neuzugängen

Größte Baustelle beim SV Ried ist der Ersatz von Torjäger Kingstone Mutandwa, der allein 14 Saisontore beisteuerte und den Klub verließ (Leih-Ende, Cagliari). Im Mittelfeld verstärkte sich Ried prominent mit Ex-Rapid-Kapitän Stefan Schwab und Lukas Malicsek, im Angriff soll unter anderem Leihgabe Pape Sissoko von Stade Reims für Torgefahr sorgen.

Insgesamt gilt es unter Neo-Coach Mario Despotovic diese Saison, sich in der Liga zu etablieren, während laut Vereinsverantwortlichen gleichzeitig junge Akademiespieler eingebaut werden sollen. Im Cup setzte sich Ried souverän mit 5:1 gegen Dornbirn durch.

Wolfsberger AC mit spürbarem Kaderumbau

Beim WAC hat sich der Kader nach der Vorsaison spürbar verändert. Mit Dejan Zukic (Vojvodina), Dominik Baumgartner (Cracovia) und Erik Kojzek (Partizan Belgrad) verließen mehrere Spieler den Klub, dafür kamen unter anderem Raffael Behounek (Willem II) und Giacomo Vrioni (Cesena) neu dazu.

Trainer Thomas Silberberger, der die Wolfsberger im Frühjahr vor dem Abstieg bewahrte, bleibt an der Seitenlinie. Zum Aufgebot im Sturm gehört inzwischen auch Phillip Verhounig. In Cup-Runde eins wurde ein 5:1-Erfolg gegen Lauterach gefeiert.

Grazer AK mit erfahrenem Tormann

Beim GAK ist nach zwei knapp geschafften Klassenerhalten in Folge früher als sonst Bewegung in den Kader gekommen. Größter Abgang ist Topscorer Ramiz Harakate, der zum LASK wechselte. Im Tor übernimmt mit Cican Stankovic ein erfahrener Rückkehrer nach vereinsloser Zeit die Nummer eins, in der Abwehr soll unter anderem Leihspieler Tim Trummer von den Roten Bullen aushelfen, fällt aber verletzungsbedingt für einige Zeit aus.

Im Cup setzte sich die Feldhofer-Truppe in Runde eins mit 4:0 gegen Donaufeld durch.

SC Austria Lustenau zurück in der Bundesliga

Nach zwei Jahren Abwesenheit ist der SC Austria Lustenau zurück in der ADMIRAL Bundesliga – mit neuem Stadion im Rücken. Trainer Markus Mader, der die Vorarlberger bereits seit Dezember 2024 betreut und sie 2022 schon einmal zum Aufstieg geführt hat, bleibt an der Seitenlinie.

Mit Mame Wade und Jack Lahne verließen zwei Torjäger der Aufstiegssaison den Klub, dafür verstärkte man sich unter anderem mit Danilo Soares (1. FC Nürnberg) und LigaZwa-Topscorer 2025/26 Albin Gashi (Wels). Im Cup setzte sich Lustenau nur knapp mit 1:0 gegen den Kremser SC durch.

Quelle: https://www.redbullsalzburg.at/de/aktuelles/analyse/oesterreich-bundesliga-gegnercheck-2026-27

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