Burgenländische Firmen entwickeln Keimschutz und Leicht-Lkw

Mathias FischerMathias Fischer
LKW mit rotem Boot und vielen bunten Ballons in Österreich
© Lumitech, Peischl

Zwei Betriebe aus dem Südburgenland haben Produkte mit internationalem Potenzial auf den Markt gebracht. LUMITECH aus Jennersdorf setzt auf Lichttechnologie gegen Keime, Peischl Fahrzeugbau aus Stegersbach auf besonders leichte Auflieger.

LUMITECH aus Jennersdorf und Peischl Fahrzeugbau aus Stegersbach zeigen, welche Innovationskraft in burgenländischen Unternehmen steckt. Beide Firmen haben Entwicklungen geschaffen, die bereits am Markt sind und über die Landesgrenzen hinaus Potenzial haben.

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil betont, dass große Innovationen nicht nur in internationalen Konzernen entstehen. Das Burgenland unterstütze heimische Betriebe mit Beratung, Förderungen und strategischen Beteiligungen auf ihrem Weg zum wirtschaftlichen Erfolg. Mit dem Innovationspreis Burgenland, den Wirtschaftsagentur und Wirtschaftskammer gemeinsam ausrichten, werden Ideen sichtbar gemacht und Impulse für Wettbewerbsfähigkeit, regionale Wertschöpfung und hochwertige Arbeitsplätze gesetzt.

Weißlicht reduziert Keime um bis zu 90 Prozent

Das Technologieunternehmen LUMITECH wurde bereits 2007 für ein hocheffizientes LED-Modul mit dem österreichischen Staatspreis Innovation ausgezeichnet. Das Land Burgenland unterstützt die Firma mit einer strategischen Beteiligung über den Athena-Fonds der Wirtschaftsagentur Burgenland.

Mit „FRESH CONFIDENCE“ hat das Unternehmen eine Lichttechnologie entwickelt, die Lebensmittel besser vor Keimen schützen soll. Anders als bei UV-Bestrahlung kommt dabei speziell entwickeltes Weißlicht zum Einsatz. Das System kann direkt in Verkaufsregalen, Käse- und Feinkosttheken oder Kühlmöbeln eingebaut werden.

Unabhängige Tests der Technischen Hochschule Ulm ergaben innerhalb von sechs Stunden Keimreduktionen von bis zu 90 Prozent bei E. coli, Listerien und Staphylococcus aureus. Besonders interessant ist die Technologie für Obst, Gemüse, Fisch und Käse. Die Lebensmittel können weiterhin natürlich präsentiert werden, während das Licht gleichzeitig zur Verbesserung von Hygiene und Lebensmittelsicherheit beiträgt. Auch in bestehende LUMITECH-Regalsysteme lässt sich die Innovation integrieren.

Leichtbau spart 1.800 Liter Diesel pro Jahr

Peischl Fahrzeugbau hat einen besonders leichten Schubboden-Sattelauflieger entwickelt. Durch seitliche Beladetüren kann ein einziges Fahrzeug sowohl Schüttgut als auch Paletten und Stückgut transportieren. Der bewegliche Schubboden erleichtert das Be- und Entladen: Bodenlamellen transportieren die Ladung automatisch im Fahrzeug nach vorne oder hinten.

Durch konsequenten Leichtbau wiegt der Auflieger laut Peischl bis zu 1.500 Kilogramm weniger als vergleichbare europäische Modelle. Dadurch kann mehr Ladung transportiert und bei gleicher Gesamtmenge die Zahl der notwendigen Fahrten reduziert werden. Bei einer Jahresleistung von 180.000 Kilometern ergibt sich nach Angaben des Unternehmens eine durchschnittliche Dieselersparnis von rund 1.800 Litern.

Die Entwicklung kommt am Markt gut an: Seit 2021 wurden bereits mehr als 250 Fahrzeuge verkauft. Sie sind unter anderem in Österreich, Deutschland, Polen und Italien unterwegs.

30 Projekte für Innovationspreis eingereicht

LUMITECH und Peischl stehen beispielhaft für die Innovationskraft der heimischen Wirtschaft. Heuer wurden wieder 30 Projekte für den Innovationspreis Burgenland eingereicht. Die Bandbreite reicht von neuen Technologien und Produkten bis zu Lösungen, die Ressourcen sparen und betriebliche Abläufe effizienter machen.

Johannes Stipsits, Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur Burgenland, erklärt, dass es im Burgenland zahlreiche Unternehmen und Start-ups gibt, die hochspezialisierte Lösungen entwickeln und damit weit über die Landesgrenzen hinaus erfolgreich sein können. Man begleite sie mit Beratung, passenden Förderungen und einer Bühne für ihre Leistungen.

Der Innovationspreis wird von der Wirtschaftsagentur gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Burgenland veranstaltet. Er soll sichtbar machen, was in den heimischen Betrieben entsteht – und wie aus burgenländischen Ideen neue Arbeitsplätze, zusätzliche Wertschöpfung und Erfolge auf internationalen Märkten werden.

Quelle: https://wirtschaftsagentur-burgenland.at/presseinformationen/burgenlands-tueftler-greifen-nach-dem-weltmarkt

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