Burgenland: 94 Prozent bewerten Energieversorgung positiv

Pia ProdingerPia Prodinger
Erneuerbare Energie in Österreich: Windräder, Solarpanels versorgen Haus, 94% Akzeptanz, Ziel 2030
© Mit KI (Gemini) generiert

Eine aktuelle Studie des Instituts für Strategieanalysen zeigt breite Zustimmung für den Weg des Burgenlandes zur Energieunabhängigkeit. Die Bevölkerung unterstützt den Ausbau erneuerbarer Energien und zeigt hohe Zufriedenheit mit der regionalen Versorgung.

Das Burgenland arbeitet daran, bis 2030 energieunabhängig zu werden. Eine Studie des Instituts für Strategieanalysen (ISA) belegt nun, dass dieser Kurs in der Bevölkerung auf breite Akzeptanz stößt. Die Transformation des Energiesystems setzt auf erneuerbare Ressourcen aus der Region und den schrittweisen Ausstieg aus Öl- und Gasimporten.

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil betont, dass das Bundesland seit den 1990er Jahren eine Vorreiterrolle bei erneuerbaren Energien in Österreich einnimmt. In den vergangenen fünf Jahren habe die Burgenland Energie ihre Erzeugungskapazität aus erneuerbaren Quellen mehr als verdoppelt.

Hohe Akzeptanz für regionale Stromerzeugung

Die Zufriedenheit mit der Energieversorgung im Burgenland liegt bei 94 Prozent. 45 Prozent der Befragten bewerten sie als „sehr gut“, weitere 49 Prozent als „eher gut“. Studienleiter Peter Filzmaier spricht von einer sehr hohen Akzeptanz bei den Burgenländerinnen und Burgenländern.

Regionale Energieerzeugung hat einen hohen Stellenwert: 72 Prozent ist es wichtig, dass Strom aus regionalen Quellen direkt aus dem Burgenland kommt. 81 Prozent legen Wert darauf, dass Strom aus erneuerbaren Energiequellen aus Österreich stammt.

Der weitere Ausbau erneuerbarer Energie findet breite Unterstützung. 75 Prozent befürworten Photovoltaik auf Hausdächern und Freiflächen, 80 Prozent sprechen sich für Windenergie aus. Die Zustimmung zur Windkraft liegt damit im Burgenland zwölf Prozentpunkte über dem Österreich-Wert von 68 Prozent.

Energiegemeinschaften stark verankert

Energiegemeinschaften sind eine zentrale Säule des burgenländischen Energiemodells. 74 Prozent der Burgenländerinnen und Burgenländer kennen den Begriff – österreichweit sind es 60 Prozent. 57 Prozent können sich eine Mitgliedschaft vorstellen, so Christina Matzka vom ISA.

Für Interessierte sind vor allem geringe Stromkosten (73 Prozent), Versorgungssicherheit (65 Prozent) und die jederzeitige Ausstiegsmöglichkeit (56 Prozent) wichtige Gründe für eine Energiegemeinschaft.

Mit dem „Fanclub Burgenland Energieunabhängig“ setzt die Burgenland Energie dieses Modell bereits in großem Maßstab um. Rund 70.000 Menschen sind bereits Teil der ersten europäischen Energiegemeinschaft für eine ganze Region und nutzen direkt Wind- und Sonnenstrom aus dem Burgenland.

Positive Entwicklung bei Kundenzufriedenheit

78 Prozent beschreiben die Burgenland Energie als zuverlässig, 66 Prozent als kundenfreundlich und 67 Prozent als umweltbewusst. Gegenüber der ersten Befragungswelle vor drei Jahren haben sich alle drei Werte verbessert, erläutert Filzmaier.

Burgenland Energie CEO Stephan Sharma erklärt, dass in den letzten Jahren eine der größten Transformationen der österreichischen Energieversorgung umgesetzt wurde. Das System wurde von einem vor allem durch Windkraft geprägten Modell zu einem Gesamtsystem aus Windkraft, Photovoltaik, Speichern und Energiegemeinschaften ausgebaut.

Sharma verweist auf die verschärfte Energiekrise durch den Krieg im Nahen Osten. Die Gaspreise seien in den letzten sechs Monaten um 140 Prozent und die Strompreise um 240 Prozent angestiegen. Mit dem eigenen Wind- und Sonnenstrom schaffe das Burgenland Unabhängigkeit von den Börsen und dauerhafte Preissicherheit mit 10 Cent pro Kilowattstunde.

Quelle: OTS

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