Burgenland bleibt leistbarster Immobilienmarkt Österreichs

Der burgenländische Immobilienmarkt zeigt sich seit dem Ende der Niedrigzinsphase besonders stabil. Während die Preise in hochpreisigen Regionen sanken, gingen die Kosten für Einfamilienhäuser im Burgenland seit Mitte 2022 nur um 1,7 Prozent zurück.
Der Immobilienmarkt im Burgenland entwickelt sich seit 2022 stabil. Die Preise für Einfamilienhäuser sind seit Mitte 2022 lediglich um 1,7 Prozent gesunken, während in vielen teuren Regionen Österreichs deutlich stärkere Rückgänge zu verzeichnen waren. Verantwortlich für diese Stabilität sind die gute Leistbarkeit, umfangreiche Baulandreserven und die traditionell hohe Bedeutung des Eigenheims.
Wer im Burgenland im Jahr 2025 ein Einfamilienhaus kreditfinanziert erwerben wollte, musste etwa ein Viertel des monatlichen Haushaltseinkommens für Zinsen und Tilgung aufwenden. In Vorarlberg lag dieser Wert bei 68 Prozent, in Salzburg sogar bei rund 72 Prozent. Damit weist das Burgenland österreichweit die höchste Leistbarkeit beim Erwerb eines Eigenheims auf. „Niedrigere Preise und damit bessere Leistbarkeit waren in den letzten Jahren ein klarer Wettbewerbsvorteil für den burgenländischen Immobilienmarkt“, wird Matthias Reith, Senior Ökonom und Immobilienexperte bei Raiffeisen Research, zitiert.
Kreditnachfrage steigt wieder
Nach einer Phase der Zurückhaltung nimmt die Kreditnachfrage im Burgenland wieder spürbar zu. Besonders im privaten Wohnbaubereich verzeichnet die Raiffeisenlandesbank Burgenland eine steigende Nachfrage. Vor allem in den wachstumsstarken Regionen des Nordburgenlands wird eine zunehmende Nachfrage nach Wohnbaufinanzierungen beobachtet.
Auch in den südlichen Bezirken bleibt das Interesse an Sanierungen, Modernisierungen und Investitionen in bestehenden Wohnraum hoch. Rudolf Suttner, Vertriebsvorstand der Raiffeisenlandesbank Burgenland, erklärt, dass viele Projekte, die in den vergangenen Jahren aufgrund wirtschaftlich herausfordernder Rahmenbedingungen, hoher Baukosten und restriktiver Finanzierungsbedingungen zurückgestellt wurden, nun wieder aktiv aufgegriffen und konkret umgesetzt werden. Diese Entwicklung zeige sich deutlich in der steigenden Zahl qualifizierter Finanzierungsanfragen.
Nachfrage nach „Sorglos-Immobilien“
Die Nachfrage nach Wohnimmobilien im Burgenland ist laut den Experten von Raiffeisen Immobilien stabil. Gefragt sind vor allem Regionen mit guter Anbindung an den Wiener Zentralraum, wie etwa Eisenstadt, Eisenstadt Umgebung oder das Nordburgenland. Besonders gesucht werden leistbare Einfamilienhäuser sowie Drei-Zimmer-Wohnungen.
„Für viele Kaufinteressent:innen ist derzeit vor allem der Preis ausschlaggebend. Die Bereitschaft, für eine ehemals hochwertige Ausstattung gebrauchter Immobilien einen Aufpreis zu zahlen, ist deutlich gesunken“, erläutert Martina Schiller-Jankoschek, Teamleitung Burgenland bei Raiffeisen Immobilien. Generell wird ein Trend zur „Sorglos-Immobilie“ bemerkt: Objekte mit kleineren Gärten und überschaubarer Wohnfläche werden immer beliebter, da ihre Erhaltung weniger Zeit- und Geldaufwand verursacht.
Dauerhaft gefragt sind die Lagen rund um den Neusiedler See und Neufelder See. Suchende schätzen das angenehme Klima und den hohen Freizeitwert. Auch hier stehen Einfamilienhäuser und Wohnungen im Fokus.
Im Mittelburgenland lassen sich aktuell vor allem Immobilien mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis vermarkten. Günstigere Angebote sprechen dabei Menschen an, die einen Zweit- oder Alterswohnsitz im Grünen suchen. Im Südburgenland ist die Nachfrage derzeit verhaltener und stärker von der jeweiligen Zielgruppe abhängig. Junge Paare interessieren sich hier vor allem für leistbare Einfamilienhäuser mit guter Infrastruktur. Nach wie vor gefragt ist das Südburgenland als Alterswohnsitz: Ältere Kaufinteressenten aus den westlichen Bundesländern, aber auch aus Deutschland, fragen Bungalows und traditionelle Streckhöfe in ruhiger Lage nach.
Exklusives Vormerk-Service
Für alle Immobiliensuchenden im Burgenland bietet Raiffeisen Immobilien ab sofort ein exklusives Vormerk-Service. Vormerkkunden erhalten individuell abgestimmte Immobilienangebote 48 Stunden lang exklusiv – noch vor der Veröffentlichung auf raiffeisen-immobilien.at bzw. auf den großen Immobilienportalen.
„Besonders wichtig war uns dabei ein möglichst niederschwelliger Zugang“, erläutert Michael Mack, Geschäftsführer von Raiffeisen Immobilien NÖ/Wien/Burgenland. Bei der Anmeldung auf raiffeisen-immobilien.at/suchauftrag geben Interessenten ihren Suchwunsch einfach und bequem online an. Danach werden sie von einem Mitarbeitenden kontaktiert, um allfällige offene Fragen abzuklären, und in die exklusive Vormerkkunden-Datenbank aufgenommen. Sobald ein zum Suchwunsch passendes Angebot eintrifft, erhalten die Kunden sofort eine automatische Verständigung.
Mehr Haushalte bis 2035
Bis 2035 wird die Bevölkerung im Burgenland laut Prognosen nur leicht wachsen. Allerdings steigt die Zahl der Haushalte im gleichen Zeitraum um rund 4,5 Prozent und damit deutlich stärker als die Einwohnerzahl. Ausschlaggebend dafür ist der Trend zu kleineren Haushalten: Österreichweit sinkt die durchschnittliche Haushaltsgröße von 2,17 Personen im Jahr 2025 auf 2,12 Personen im Jahr 2035. Auch im Burgenland setzt sich diese Entwicklung fort. Dadurch entsteht zusätzlicher Wohnraumbedarf, obwohl die Bevölkerung nur moderat wächst.
Große Baulandreserven dämpfen Preise
Trotz steigender Nachfrage rechnen die Raiffeisen-Experten im Burgenland in Zukunft nicht mit einer überdurchschnittlichen Preisentwicklung. Ein wesentlicher Grund dafür sind die großen Baulandreserven. Laut ÖROK (Österreichische Raumordnungskonferenz) sind rund 30 Prozent der bebaubaren Flächen im Burgenland bereits gewidmet, werden derzeit jedoch noch nicht bebaut. Damit verfügt das Burgenland über die größten Baulandreserven Österreichs.
Zum Vergleich: In Salzburg beträgt dieser Anteil lediglich rund 13 Prozent, in Wien sogar nur etwa 7 Prozent. Dadurch kann das Angebot im Burgenland deutlich leichter ausgeweitet werden als in vielen anderen Bundesländern. Das sollte einem starken Preisanstieg entgegenwirken, der burgenländische Immobilienmarkt dürfte sich also auch künftig stabil entwickeln.
Quelle: OTS
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