Burgenland Energie stoppt Wasserstoffprojekt in Zurndorf

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Burgenland Energie hat ihr genehmigungsreifes Wasserstoffprojekt in Zurndorf vorerst auf Eis gelegt. Das Unternehmen wartet auf das neue Gaswirtschaftsgesetz des Bundes, erklärte Vorstandsvorsitzender Stephan Sharma am Donnerstag.

Das im Bezirk Neusiedl am See geplante Vorhaben sei zwar vollständig entwickelt und genehmigungsreif, mit der Realisierung warte man jedoch auf das ausstehende Gaswirtschaftsgesetz (GWG) des Bundes, so Stephan Sharma.

Das Gesetz müsse klären, wie künftig mit der Gas-Infrastruktur verfahren werde, führte der Vorstandsvorsitzende aus. Die Burgenland Energie beabsichtigt, das in Zurndorf erzeugte „grüne Gas“ in bestehende öffentliche Gaspipelines einzuspeisen und damit Industriebetriebe in ganz Österreich zu beliefern. So könne das über Jahrzehnte aufgebaute Gasnetz weiterhin genutzt werden und müsse nicht wegen sinkender Erdgasmengen stillgelegt werden, argumentierte Sharma.

Verbund zieht sich zurück

Das technische Engineering sowie die Einreichunterlagen seien abgeschlossen. Ohne die erforderlichen rechtlichen Rahmenbedingungen sei eine Umsetzung jedoch nicht möglich. Der Verbund, mit dem eine Zusammenarbeit vorgesehen war, habe sich deshalb entschieden, das Projekt nicht weiterzuverfolgen, wie zuletzt der „Kurier“ berichtete.

Mit dem Wasserstoff soll die Abhängigkeit von fossilem Erdgas aus dem Ausland verringert werden. Das „grüne Gas“ soll energieintensiven Unternehmen, die nicht vollständig auf Strom umstellen können, als Alternative zur Verfügung stehen.

Energieunabhängigkeit bis 2030 angestrebt

Der Wasserstoff ist auch Teil der „Strategie Change“, die Energieunabhängigkeit bis 2030 anstrebt. Diesbezüglich sieht Sharma die Burgenland Energie auf gutem Weg. Seit 2021 seien 74 Projekte mit einer Gesamtleistung von 1.167 Megawatt umgesetzt worden. Der Schwerpunkt liege auf Windkraft, Photovoltaik und Speicherlösungen. Bis 2030 seien weitere Vorhaben mit 1.689 Megawatt Leistung in der Pipeline. Durch den Ausbau der Energieinfrastruktur habe sich der Unternehmenswert seit 2021 von 825 Millionen Euro auf 1,6 Milliarden Euro verdoppelt.

Kriterien für Rechenzentrum in Arbeit

Zu einem möglichen Rechenzentrum in Nickelsdorf (Bezirk Neusiedl am See) erklärte Sharma, dass es sich um einen wichtigen Wirtschaftszweig handle, den man auch ins Burgenland holen sollte. Gemeinsam mit dem Land würden derzeit Kriterien für Datencenter erarbeitet. Eines davon werde ein geschlossener Kühlkreislauf sein. Laufende Wasserentnahmen soll es nicht geben, so Sharma.

Quelle: APA

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