Burgenland eröffnet erste E-Tankstelle mit Shop

Mathias FischerMathias Fischer
Eröffnung E-Tankstelle Mattersburg: Lukas Schnitzer, Thomas Schmidt, Elisabeth Böhm und Michael Schranz durchschneiden Band
© Burgenland Energie AG

In Mattersburg ist die erste zentrale E-Tankstelle des Burgenlands in Betrieb gegangen. Die Anlage bietet neben Schnellladern auch Preisanzeige, Shop und Sanitäranlagen – ein Novum im Bundesland.

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil hat gemeinsam mit Burgenland Energie-CEO Stephan Sharma und Bürgermeisterin Claudia Schlager in Mattersburg eine neue Art von Ladeinfrastruktur eröffnet. Neben den bereits vorhandenen rund 1.000 Ladepunkten im Bundesland ist dies die erste Anlage mit Preisanzeigetafel, Geschäft und WC-Anlagen.

Das Land verfolgt ein Konzept, wonach in jedem Bezirk eine zentrale E-Tankstelle mit Café, Sanitärbereich und Service entstehen soll. Die Konditionen sollen sich besonders für Mitglieder des Fanclubs auszahlen, auch beim Schnellladen.

Energieunabhängigkeit als Ziel

Doskozil betonte, das Burgenland arbeite schrittweise an seiner Energieunabhängigkeit, auch im Mobilitätsbereich. Die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten und steigende Spritpreise würden zeigen, wie abhängig der heimische Markt von internationalen Krisen und Schwankungen auf den Energiemärkten sei. In einem Pendlerland wie dem Burgenland spürten die Menschen das unmittelbar im Geldbörsel.

„Es kann aber nicht sein, dass die heimischen Autofahrer die Zeche für Öllieferanten und -spekulanten zahlen“, so der Landeshauptmann. Deshalb setze man auf Elektromobilität mit Strom aus Wind und Sonne aus dem Burgenland. Das schaffe mehr Unabhängigkeit und stärke die regionale Wertschöpfung. Für E-Autofahrer bedeute das auch deutliche Ersparnisse beim Laden. Mit 3,50 Euro könne man als Fanclub-Mitglied durchschnittlich 100 Kilometer weit fahren.

Konzept orientiert sich an klassischen Tankstellen

Die neue E-Tankstelle orientiere sich an den für Autofahrer gewohnten Tankstellen, erklärte Sharma. Sie sei über eine transparente Preisanzeigetafel sichtbar und verfüge über Schnellladesäulen mit bis zu 360 kW, einen Shop mit regionalen Snacks und Getränken sowie Sanitärräume. Unter einem Dach mit Wetterschutz könnten PKW, LKW und Busse laden. Die Anlage habe auch eine eigene Photovoltaikanlage und einen Batteriespeicher.

Geladen werde Wind- und Sonnenstrom aus dem Burgenland zum stabilen Fixpreis, unabhängig von den Börsen. Mit dem Fanclub-Ladetarif habe man die Möglichkeit, wenn immer die Burgenland Energie mit ihren Wind- und PV-Anlagen Strom produziere, diesen direkt an der Ladesäule zu einem stabilen Fixpreis von 3,50 Euro pro 100 Kilometer zu tanken. Österreich importiere aktuell 9 Milliarden Euro an Rohöl pro Jahr.

Ein E-Autofahrer spare sich gegenüber einem Benzinauto 9 Euro pro 100 Kilometer, wenn er mit dem Fanclub-Tarif Wind- und Sonnenstrom lade. Das bedeute bei einem burgenländischen Autofahrer, der durchschnittlich rund 16.000 Kilometer pro Jahr fahre, eine Ersparnis von rund 1.460 Euro im Jahr.

Dichtes Netz an Ladestationen

Die Strategie sehe vor, dass in jedem Bezirk eine zentrale, große E-Tankstelle mit Shop und Sanitärbereich errichtet werde, zum Teil gemeinsam mit Verkehrsbetrieben und bestehenden Tankstellenbetreibern. Dieses Konzept ergänze die bereits existierenden, dezentralen Ladestationen der Burgenland Energie.

Aktuell gebe es im Burgenland rund 1.000 Ladestationen der Burgenland Energie von langsamen bis hin zu schnellen Ladern. Damit gebe es alle 13 Kilometer im Burgenland eine öffentliche Ladestation der Burgenland Energie. Im Vergleich dazu gebe es Benzin-Tankstellen nur alle 70 Kilometer. Somit verfüge das Burgenland über eine der dichtesten E-Ladeinfrastrukturen in ganz Österreich.

Quelle: https://burgenlandenergie.at/de/mediathek/e-tankstelle-burgenland

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