Burgenland erreicht 70 Prozent Erneuerbare Energie

Das Burgenland hat seinen Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoinlandsverbrauch innerhalb von drei Jahren von rund 50 auf über 70 Prozent erhöht. Damit führt das östlichste Bundesland österreichweit beim Erneuerbaren-Anteil, wie der Österreichische Biomasse-Verband feststellt.
Innerhalb von nur drei Jahren konnte das Burgenland den Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoinlandsverbrauch von etwa 50 auf über 70 Prozent steigern. Das geht aus dem Energiewende-Check des Österreichischen Biomasse-Verbands hervor. Möglich wurde dieser Anstieg durch einen massiven Ausbau von Windkraft und Photovoltaik. Unter allen österreichischen Bundesländern nimmt das Burgenland damit die Spitzenposition ein.
Im Gegensatz zu anderen Bundesländern spielt die Wasserkraft im Burgenland aufgrund fehlender geeigneter Gewässer nur eine untergeordnete Rolle. Die Bioenergie deckt hingegen 29 Prozent des Energieverbrauchs ab und ist damit nach Erdöl und Windkraft der drittwichtigste Energieträger im Land.
Holzheizungen dominieren vor Gas und Wärmepumpen
Die Bioenergie stammt im Burgenland überwiegend aus den Wäldern, die 34 Prozent der Landesfläche bedecken. Die Nutzung von Brennholz zur Raumwärmegewinnung hat im Burgenland eine lange Tradition. Rund 35.000 Haushalte (31 Prozent) setzen Holzbrennstoffe in ihrem Hauptheizsystem ein, das entspricht einem Anteil von 26 Prozent aller Heizsysteme.
Damit sind Holzheizungen das wichtigste Heizsystem im Burgenland, noch vor Gasheizungen (23 Prozent), Wärmepumpen (22 Prozent) und Fernwärme (13 Prozent). Im Jahr 2024 wurden 1.369 neue Holzheizungen unter 100 kW installiert – ein Rekordwert.
Die Anzahl der Ölheizungen ist in den vergangenen 20 Jahren von 27.000 auf 15.000 zurückgegangen, was einem Rückgang von 45 Prozent entspricht. Allerdings hat sich der Austausch von Ölkesseln in den letzten Jahren verlangsamt. Die Zahl der Gasheizungen ist seit 2003/04 sogar um rund 2.500 auf 30.500 Kessel gestiegen.
Durch den Ersatz von Öl- und Kohleheizungen durch erneuerbare Heizsysteme, milde Witterung und hohe Energiepreise in den letzten Jahren sind die Treibhausgasemissionen in Gebäuden seit 1990 um 51 Prozent gesunken.
Holzenergie übertrifft Öl und Gas bei Raumwärme
Der Anteil von Holzenergie am Raumwärmeverbrauch der burgenländischen Haushalte beträgt 48 Prozent. Davon entfallen 38 Prozent auf Scheitholz, 5 Prozent auf Fernwärme, jeweils 2 Prozent auf Pellets und Hackgut sowie 1 Prozent auf Holzbriketts. Das ist mehr als der kombinierte Verbrauch von Heizöl und Erdgas.
Aufgrund der hohen Gaspreise haben die Haushalte Erdgas in den vergangenen Jahren sparsam eingesetzt. Der Gasanteil am Raumwärmeverbrauch lag 2023/24 bei 16 Prozent und ist damit hinter den Heizölverbrauch zurückgefallen.
Die Fernwärme wird im Burgenland als einziges Bundesland zu 100 Prozent aus Biomasse erzeugt. Dafür sorgen mehr als 90 Biomasseheizwerke und einige Holzkraftwerke.
Klimaneutralität bis 2030 als gesetzliches Ziel
Das warme und sonnige Burgenland eignet sich besonders gut für die Erzeugung von Wind- und Sonnenenergie, ist aber auch stark von der Klimakrise mit zunehmenden Hitze- und Dürreperioden betroffen. Heuer wurde die schlechteste Getreideernte seit 56 Jahren eingefahren. Vor zwei Wochen wurde im burgenländischen Hornstein mit 28,5 Grad Celsius Tiefstwert die heißeste Tropennacht Österreichs aller Zeiten verzeichnet.
Das 2025 beschlossene burgenländische Klimaschutzgesetz hat die bilanzielle Klima- und Energieneutralität bis 2030 zum Ziel. Die im Burgenland produzierte Menge erneuerbarer Energie soll dann den gesamten Energieverbrauch des Landes überschreiten und damit noch aus fossilen Quellen benötigte Energie bilanziell kompensieren.
Das Klimaschutzgesetz sieht für das Jahr 2030 eine Erzeugung von mindestens 9.300 GWh erneuerbarer Energie vor. Der bisherige Rekord liegt bei 6.875 GWh aus dem Jahr 2024.
Quelle: OTS
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