Burgenland fordert Bund zu besserer ME/CFS-Versorgung auf

Alle vier Landtagsparteien im Burgenland verlangen vom Bund mehr Unterstützung für Menschen mit ME/CFS. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Mittwoch sprachen sich SPÖ, FPÖ, ÖVP und Grüne für spezialisierte Rehabilitationszentren und einen Härtefallfonds aus.
Der burgenländische Landtag verlangt vom Bund deutlich mehr Engagement für Menschen, die an ME/CFS erkrankt sind. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Mittwoch forderten Vertreter aller vier Landtagsparteien – SPÖ, FPÖ, ÖVP und Grüne – eine Verbesserung der medizinischen Versorgung. Zudem sollen spezialisierte Rehabilitationszentren geschaffen werden, die Erkrankung stärker in Ausbildung und Forschung verankert werden und eine sozialrechtliche Absicherung samt Härtefallfonds eingerichtet werden.
Im Burgenland sind schätzungsweise rund 2.400 Menschen von der Erkrankung betroffen. Die Klubobleute Roland Fürst (SPÖ), Christian Ries (FPÖ) und Margit Paul-Kientzl (Grüne) sowie ÖVP-Gesundheitssprecher Markus Ulram kritisierten, dass Erkrankte häufig mit schlechten Versorgungsstrukturen, Fehldiagnosen und mangelnder sozialer Absicherung konfrontiert seien. Viele könnten nicht mehr arbeiten, müssten aber oft erst um eine entsprechende Pflegeeinstufung und finanzielle Unterstützung kämpfen.
Dringlichkeitsantrag wird am Donnerstag beschlossen
Die Forderungen an den Bund beinhalten auch verbindliche Diagnose-Standards sowie Weiterbildungen für Begutachterinnen und Begutachter der Pensionsversicherung und des Arbeitsmarktservices (AMS). Darüber hinaus wollen die vier Parteien einen Härtefallfonds für schnelle Hilfe in akuten Fällen einrichten. Langfristig soll die soziale Vorsorge durch eine Pflegegeldrichtlinie geregelt werden. Der Landtag beschließt dazu am Donnerstag einen entsprechenden Dringlichkeitsantrag.
Erste Schritte auf Landesebene bereits gesetzt
Im Oktober gehen im Burgenland eine ME/CFS-Ambulanz im Krankenhaus Oberwart und ein Therapieprogramm im Reduce-Gesundheitsresort Bad Tatzmannsdorf (Bezirk Oberwart) in Betrieb. SPÖ-Klubchef Fürst sagte, das sei auf Landesebene ein erster Schritt. Genauso wichtig seien aber Maßnahmen auf Bundesebene, weil die wichtigen Entscheidungen dort getroffen würden. Innerhalb der SPÖ will er bei einer kommenden Tagung einen Antrag einbringen und seine Parteikollegen bitten, das Thema auch in den anderen Landtagen Österreichs auf die Tagesordnung zu setzen.
Quelle: APA
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