Burgenland führt Lkw-Maut ein – Grüne fordern Steiermark zum Handeln auf

Das Burgenland hebt ab 2027 auf ausgewählten Landesstraßen eine Maut für schwere Fahrzeuge ein. Der steirische Grünen-Mobilitätssprecher Lambert Schönleitner sieht darin ein wichtiges Signal und fordert eine vergleichbare Regelung für die Steiermark.
Ab dem 1. Jänner 2027 verlangt das Burgenland auf bestimmten Landesstraßen eine Benützungsgebühr für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen. Betroffen sind zunächst die B16, die B61a, die B63 sowie ein kurzer Abschnitt der B50. Während auf Autobahnen und Schnellstraßen bereits Maut für Lkw gilt, waren Landesstraßen bisher davon ausgenommen.
Die Gebühr wird über Tages-, Wochen-, Monats- und Jahresvignetten eingehoben. Eine Jahresvignette soll je nach Fahrzeug zwischen 650 und 1.000 Euro kosten. Mit den Einnahmen will das Bundesland die Instandhaltung der Straßen finanzieren und gleichzeitig Ausweichverkehr von Lkw reduzieren, die das höherrangige Straßennetz meiden.
Grüne sehen Vorbild für die Steiermark
Für Lambert Schönleitner, Mobilitätssprecher der steirischen Grünen, ist die Entscheidung des Burgenlands ein Beleg dafür, dass Bundesländer eigenständig aktiv werden können. „Das rot-grüne Burgenland zeigt, dass eine LKW-Maut auf Landesstraßen machbar ist. Auch in der Steiermark ist es höchste Zeit, dass jene einen fairen Beitrag zur Straßenerhaltung leisten, die unsere Straßen besonders stark beanspruchen“, wird Schönleitner zitiert.
Er argumentiert, dass angesichts knapper öffentlicher Budgets eine Schwerverkehrsabgabe eine Möglichkeit darstelle, die Kosten für Erhaltung und Sanierung breiter und verursachergerecht zu finanzieren. Eine österreichweit abgestimmte Lösung befürwortet er zwar weiterhin, plädiert angesichts der bisher ausgebliebenen Einigung aller Bundesländer jedoch dafür, die vorhandenen Möglichkeiten auf Landesebene zu nutzen.
Diskussion läuft seit Jahren ohne Ergebnis
Die Idee einer Lkw-Maut auf Landes- und Gemeindestraßen ist nicht neu. Seit 2014 beschäftigen sich die Verkehrsreferentinnen und -referenten der Länder mit dem Thema. Eine von Kärnten und der Steiermark mitgetragene Machbarkeitsstudie untersuchte rechtliche Fragen, technische Umsetzung, Kosten und wirtschaftliche Auswirkungen. Eine Einigung aller neun Bundesländer blieb bisher aus. Die steirischen Grünen scheiterten mit dem Thema bereits mehrfach im Landtag. Die Entscheidung des Burgenlands wertet Schönleitner als neue Ausgangslage – ersten Schätzungen zufolge könnte eine steirische Lkw-Maut mindestens 100 Millionen Euro jährlich einbringen.
Das Burgenland ist damit das erste Bundesland, das eine Lkw-Maut auf Landesstraßen konkret umsetzt. Für Schönleitner ist das Anlass genug, die Debatte in der Steiermark neu zu beleben – mit dem Ziel, die Straßenfinanzierung langfristig zu sichern, den Transitverkehr zu beteiligen und Land sowie Gemeinden zu entlasten.
Quelle: https://zukunftsteiermark.at/lkw-maut-steiermark-burgenland
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