Burgenland nimmt 86-Megawatt-Solaranlage in Betrieb

In Gattendorf ist eine der größten Tracker-Photovoltaikanlagen Österreichs ans Netz gegangen. Die Anlage erzeugt jährlich rund 105 Millionen Kilowattstunden erneuerbaren Strom und wird mit bestehenden Windparks kombiniert.
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Stephan Sharma, CEO der Burgenland Energie, haben am Mittwoch in Gattendorf eine großflächige Photovoltaikanlage offiziell in Betrieb genommen. Mit einer Leistung von rund 86 Megawatt zählt sie zu den größten Tracker-PV-Anlagen des Landes. Die jährliche Stromproduktion liegt bei etwa 105 Millionen Kilowattstunden.
Doskozil betonte, das Burgenland solle so rasch wie möglich von ausländischen Energieimporten unabhängig werden. Mit dem Projekt in Gattendorf werde für die kommenden Jahrzehnte heimischer Strom für Bevölkerung, Gemeinden und Unternehmen erzeugt. Sharma verwies auf drei Innovationen des Projekts: intelligente Netznutzung, intelligente Sonnennutzung und regionale Wertschöpfung auf Jahrzehnte. Seit 2021 sei die heimische, erneuerbare Eigenproduktion im Burgenland mehr als verdoppelt worden.
Kombination mit Windkraft
Die neue Solaranlage wird mit den bestehenden Windparks der Burgenland Energie in Potzneusiedl, Kittsee und Neudorf verbunden. Dadurch wird die seit Jahrzehnten bestehende Netzinfrastruktur effizient genutzt. Das kombinierte Wind- und Photovoltaikkraftwerk erreicht eine Gesamtleistung von rund 172 Megawatt und erzeugt jährlich 300 Gigawattstunden erneuerbaren Strom.
Zum Einsatz kommt moderne Tracker-Technologie: Rund 138.000 bewegliche Photovoltaikmodule folgen automatisch dem Sonnenverlauf von Osten nach Westen. Laut Sharma produziert die Anlage dadurch 10 Prozent mehr Sonnenstrom im Vergleich zu einer herkömmlichen PV-Anlage. Für die Einspeisung wird der bestehende Netzanschluss der Windparks genutzt.
Bauzeit und landwirtschaftliche Nutzung
Die Anlage wurde in nur 13 Monaten errichtet. Die rasche Umsetzung sei durch die enge Zusammenarbeit mit der Gemeinde Gattendorf, dem Land Burgenland und NGOs möglich geworden. Die Fläche wird weiterhin landwirtschaftlich genutzt.
Einnahmen für Gemeinde und Bürgerbeteiligung
Bürgermeister Robert Kovacs erklärte, Gattendorf positioniere sich klar bei Nachhaltigkeit und erneuerbarer Energie und leiste einen Beitrag zu den Klima- und Energiestrategiezielen des Landes. Die Gemeinde Gattendorf erhält durch die neue Photovoltaikanlage zusätzliche jährliche Einnahmen für die nächsten 20 Jahre.
Haushalte und Unternehmen können über die Energiegemeinschaft Fanclub Burgenland Energie (FCBE) erneuerbaren Strom aus burgenländischen Wind- und PV-Anlagen zu einem Energiepreis von 10 Cent pro Kilowattstunde beziehen. Dieser Preis bleibt für 20 Jahre stabil – ohne Indexierung und ohne Mitgliedsgebühren. Mit einem Bürgerbeteiligungsmodell besteht zudem die Möglichkeit, auf fünf Jahre eine jährliche Fixverzinsung von 3 Prozent zu erhalten.
Energieunabhängigkeit bedeute nicht nur, mehr heimischen Strom zu erzeugen, so Doskozil und Sharma. Entscheidend sei, dass Menschen und Gemeinden unmittelbar davon profitieren – mit langfristig stabilen Strompreisen, zusätzlichen Einnahmen für die Gemeinden und Möglichkeiten zur Bürgerbeteiligung.
Quelle: OTS
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