Burgenland: Studierende erforschen Natur als Lernort

Pia ProdingerPia Prodinger
Jugendliche vor dem Aussichtsturm am Buchberg in Niederösterreich
© ph-burgenland.at

Studierende der Privaten Pädagogischen Hochschule Burgenland haben im Frühjahr 2026 bei zwei Exkursionstagen untersucht, wie Natur- und Kulturräume für Bildungszwecke genutzt werden können. Die Begegnungstage führten in den Naturpark Geschriebenstein und nach Wien.

Im Rahmen einer Masterlehrveranstaltung zum Thema „Projektunterricht unter Einbeziehung außerschulischer Lernorte“ haben sich Studierende der Privaten Pädagogischen Hochschule Burgenland mit der Frage beschäftigt, wie Natur- und Kulturräume zu Bildungsorten werden können. Die von Hochschulprofessor Robert Nehfort geleitete Veranstaltung umfasste zwei Begegnungstage im Frühjahr 2026.

Exkursion zum Geschriebenstein

Der erste Begegnungstag fand am 17. April statt und führte die Teilnehmenden nach Lockenhaus sowie in den grenzüberschreitenden Naturpark Geschriebenstein/Irottkö. Auf dem Geschriebenstein, mit 884 Metern Burgenlands höchster Erhebung, beschäftigten sich die Studierenden mit dem Thema Grenze und der historischen Bedeutung dieses Ortes.

Anschließend stand der Walderlebnisweg Lockenhaus auf dem Programm. Dort präsentierten Studierende des Bachelorstudiums Primarstufe mit Schwerpunkt „Lernraum Natur“ selbst entwickelte Lernstationen. Die Leitung hatte Angelika Mayer.

Im Pädagogischen Zentrum Langeck wurde ein Forschungsprojekt vorgestellt, das Jana Hahnekamp im Rahmen ihrer Masterarbeit durchführt. Es befasst sich mit der „10-Jahreszeiten-Hecke / Naturkalender Burgenland“, die in Zusammenarbeit mit der ARGE Naturparke Burgenland am Bildungscampus Lockenhaus und an 18 weiteren Schulstandorten im Burgenland realisiert wurde. Florian Heiling berichtete zudem von einer Kooperation der Volksschule Lockenhaus mit dem Forstbetrieb Esterhazy Lockenhaus. Beide Projekte zeigen laut Veranstalter, wie die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern schulische Bildungsprozesse bereichern kann.

Kulturelle Bildungsorte in Wien

Am 25. April führte der zweite Begegnungstag nach Wien. Die Studierenden besuchten die Ausstellung CARE MATTERS in der Albertina sowie individuelle Lernangebote im Kunsthistorischen Museum, Naturhistorischen Museum, Parlament Österreich und Haus der Geschichte Österreich. Den Abschluss bildete eine Lernsequenz am Heldenplatz, bei der sich die Teilnehmenden in Walk-and-Talk-Runden mit dessen historischer und gegenwärtiger Bedeutung auseinandersetzten.

Methode wird auf städtischen Raum ausgeweitet

In der Nachbearbeitung der beiden Begegnungstage wurden die Kompetenzen der Studierenden in der spezifischen Methodologie von Lernraum Natur anhand der konkreten Erfahrungen vertieft. Die Veranstaltungen machten zentrale Prinzipien des Konzepts erfahrbar: Lernen beginne mit Neugierde, brauche eine sichere Lernumgebung und entwickle sich durch die aktive Begegnung mit dem Lerngegenstand und den Austausch mit anderen.

Die „Lernraum Natur Methode“ beschränke sich nicht auf die Bildungsarbeit in Naturräumen und Kulturlandschaften, sondern eigne sich auch für den städtischen Raum. Diese Erfahrung werde aktuell durch Forschungsprojekte im Rahmen von Masterarbeiten im Masterstudium Lehramt Primarstufe – Schwerpunkt Lernraum Natur erweitert, vertieft und wissenschaftlich belegt. Die PPH Burgenland und die Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik arbeiten daran, ihre Bildungsangebote im Rahmen ihrer Kooperation in der Ausbildungsinitiative Lernraum Natur entsprechend zu ergänzen und zu erweitern.

„Nachhaltige Bildung entsteht dort, wo der starre Rahmen des Klassenzimmers aufgebrochen wird und die Welt durch echte Begegnung und Interaktion zum Lernraum wird“, so Sophia Thoma, Studierende im Schwerpunkt „Lernraum Natur“.

Quelle: https://www.ph-burgenland.at/home/news-detail?tx_news_pi1[action]=detail&tx_news_pi1[controller]=News&tx_news_pi1[news]=601&cHash=cb46a52e1072b21c7e0b958be34167dd

Worüber spricht Eisenstadt morgen?

Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.

Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

austria.com auf Google bevorzugen.