Burgenland: Transportbranche läuft gegen Lkw-Maut Sturm

Die burgenländische Transportwirtschaft wehrt sich vehement gegen die von der Landesregierung geplante Lkw-Maut. Die Wirtschaftskammer warnt vor massiven Folgen für Konsumenten und Wirtschaftsstandort.
Die burgenländische Güterbeförderungsbranche protestiert scharf gegen die geplante Einführung einer Lkw-Maut auf Landesstraßen. Roman Eder, Obmann der Fachgruppe Güterbeförderung in der Wirtschaftskammer Burgenland, bezeichnet die Pläne als „Katastrophe“ für die Menschen und den Wirtschaftsstandort. Die Branche beschäftigt im Bundesland 2.700 Mitarbeiter in 450 Betrieben.
Konsumenten müssten höhere Preise zahlen
Eder warnt vor den Auswirkungen auf die Bevölkerung: „Diese Maut wäre eine Massensteuer, die am Ende des Tages der Konsument zu bezahlen hätte.“ Da der Großteil der Güter des täglichen Bedarfs im regionalen Zustellverkehr auf Landesstraßen transportiert werde und es keine Alternative zum Lkw gebe, müssten höhere Transportpreise auf die Waren aufgeschlagen werden. Betroffen wären Lebensmittel, Treibstoffe und Zustelldienste für Häuslbauer.
Kritik am Vorgehen der Landesregierung
Bernhard Dillhof, Geschäftsführer der Fachgruppe, kritisiert das Vorgehen des Landes scharf. Die betroffenen Wirtschaftskreise seien nicht eingebunden worden. Trotz fünfmaliger Terminanfrage habe man keinen Termin beim Landeshauptmann erhalten. Die fertige Gesetzesvorlage sei erst einen Tag vor Begutachtungsbeginn präsentiert worden.
Standortnachteile befürchtet
Dillhof befürchtet negative Folgen für die Ansiedlung von Betrieben: Produzierende Unternehmen würden sich künftig genau überlegen, ob sie ihren Standort noch im Burgenland wählen, da sowohl bei der Anlieferung von Rohstoffen und Halbprodukten als auch bei der Auslieferung von Fertigprodukten zusätzliche Kosten anfallen würden. Besonders strukturschwache Regionen wie das Mittel- und Südburgenland hätten mit fatalen Auswirkungen zu rechnen.
Eine Studie der Wirtschaftsuniversität Wien bestätigt laut Wirtschaftskammer, dass ländliche Regionen durch eine Maut auf Landesstraßen massiv geschwächt würden. Dies widerspreche den politischen Anstrengungen, periphere Gebiete zu stärken. Die Wirtschaftskammer Burgenland appelliert an die Verantwortlichen, die Pläne zu überdenken und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
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